Bildung:Studieren in Ismaning

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Studiert an der Hochschule für angewandtes Management: Skirennläuferin Viktoria Rebensburg. (Foto: dpa)

Die private Hochschule für angewandtes Management hat ihren Hauptsitz von Erding in die Gemeinde verlegt. Etwa 2000 Studenten sind hier für Fächer aus dem Bereichen Sport und Wirtschaft eingeschrieben.

Von Gudrun Passarge, Ismaning

Wer an diesem Tag am meisten strahlt ist schwer zu sagen. Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) freut sich, einen "weiteren Meilenstein in puncto Bildung" setzen zu können: "Wir haben jetzt nahezu alles, was das Herz begehrt." Die Vertreter der Hochschule für angewandtes Management, die künftig mit etwa 2000 Studenten und etwa 150 Mitarbeitern in Ismaning vertreten sein wird, freuen sich über die Unterstützung der Gemeinde und den gut an Flughafen und Stadt angebunden Standort. Und der frühere Skilangläufer Tobias Angerer schließlich freut sich, sein letztes Semester im Bachelor-Studiengang Sportmanagement in Ismaning genießen zu dürfen. Kurz, Ismaning ist jetzt Hochschulstandort.

Die Hochschule für angewandtes Management ist Bayerns größte private Hochschule. Momentan sind insgesamt 2700 Studenten am neuen Hauptstandort Ismaning und an den Studienzentren in Treuchtlingen, Neumarkt, Unna und Berlin eingeschrieben. Der Umzug von Erding nach Ismaning erfolgte für einen Teil der Mitarbeiter und Studenten bereits 2015. Seit kurzem ist die Gemeinde jetzt Hauptsitz der Hochschule, dort soll alles an einem Standort gebündelt werden. Größte Fakultät ist die Betriebswirtschaft gefolgt von Wirtschaftspsychologie, Sportmanagement und Wirtschaftsrecht.

"Hochschule mit den meisten Spitzensportlern in Deutschland"

Für die Zukunft ist geplant, die Fächer Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen mit aufzunehmen. Wobei der Sport eine ganz besondere Rolle für die Hochschule spielt. "Wir sind die Hochschule mit den meisten Spitzensportlern in Deutschland", sagt Hochschulpräsident Claudius Schikora. Skirennläuferin Viktoria Rebensburg gehört dazu, die halbe Wasserballdamenmannschaft und viele Sportler aus A-Kadern, wie er stolz berichtet. Vermutlich werden es eher noch mehr werden, denn die Hochschule plant, im Herbst die neuen Studienangebote wie Fußballmanagement oder Fitnessmanagement zu starten. Den Sportlern dürfte dabei zugutekommen, dass es unter anderem auch ein "semi-virtuelles Studium" gibt, das, wie Schikora sagt, "das Beste aus zwei Welten verbindet": Die Studenten haben zu Beginn, in der Mitte und am Ende des Semesters jeweils eine Woche Blockunterricht, dazwischen können sie virtuell studieren und gleichzeitig anderen Beschäftigungen nachgehen, sei es Skifahren oder arbeiten.

Florian Kainz, Geschäftsführer der Hochschule, erläutert, dass es der Hochschule wichtig sei, auch soziale- und Methodenkompetenz zu vermitteln. "Und das geht nur, wenn man sozialen Kontakt und Interaktion hat", sagt er. Angerer schätzt diese Erfahrungen. So werde den Studenten etwa beigebracht, wie sie ihre Arbeiten vor Leuten präsentieren können. Er selbst habe da weniger Probleme, sagt der 40-Jährige, der als ehemaliger Spitzensportler über viel Medienerfahrung verfügt. Angerer lobt auch die Verbindung von Theorie und Praxis und nennt als Beispiel eine Arbeit, in der er konkrete Vorschläge für ein Unternehmen ausgetüftelt hatte, die der Betrieb auch teils gleich umsetzte. "Besser geht es ja gar nicht." Schikora nennt als anderes Beispiel eine Arbeitsgruppe, die für eine neue Fernsehsendung ein Social-Media-Konzept erarbeitet hat.

Dsa Studium kostet im Monat 395 Euro

Angerer betont, dass er auch anderen Sportlern, die bei ihm nachfragten, das Studium in Ismaning empfehle. Er hat zu Beginn seines Studiums noch von Traunstein aus nach Erding fahren müssen, Ismaning gefällt ihm besser, wegen der guten Anbindung und auch weil alles so zentral beieinander ist, die Sportstätten, die Unternehmen. Und wenn er Prüfungswoche hat, dann nimmt er sich ein Zimmer in einer "netten kleinen Pension", schaltet wie im Wettkampf auf "Tunnelblick" und zieht das durch.

Den Umzug nach Ismaning begründet Geschäftsführer Kainz damit, dass die Hochschule mehr Platz brauchte. Gefunden hat sie ihn in einem Gebäude in der Steinheilstraße unweit vom Bahnhof. Dort hat sie zunächst auf 4000 Quadratmetern einen hochmodernen Campus aufgebaut, mit eigenem Video- und Tonstudio, in dem auch mal Video-Vorlesungen produziert werden, mit Gruppen- und Arbeitsräumen für Trainings und die Verwaltung, die beispielsweise auch hilft, Jobs im Ausland zu finden. Kainz weist darauf hin, dass die Studenten für die 395 Euro im Monat Lehrmittel kostenlos erhalten, zugleich verfüge die Hochschule über eine der größten Online-Bibliotheken und ein Zeitschriftenarchiv mit fast 3000 Titeln.

Die Verlegung des Hauptstandorts nach Ismaning sei erst der Anfang gewesen. Kainz deutet sibyllinisch an, in den nächsten Jahre wolle die Hochschule noch "deutlich investieren". Genaues wollte er noch nicht sagen. Wer sich zunächst den jetzigen Betrieb anschauen möchte, hat dazu am 24. Juni beim "Open Campus Day" Gelegenheit. Wer sich für ein Studium interessiert und in Ismaning wohnt, kann sich auch für das Ismaning-Stipendium bewerben, das vom Bürgermeister und der Hochschule vergeben werden. Der Bewerber muss ein Motivationsschreiben abgeben und sollte auch Engagement für die Gemeinde nachweisen können, sei es sportlich, sei es kulturell oder sozial. Gründungspräsident Christian Werner übernimmt dann ein Drittel der Studiengebühren für den Ismaninger.

© SZ vom 31.05.2017 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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