Grasbrunn Entspannung am Knotenpunkt

Der neue Fahrplan brachte einiges durcheinander. Gleich drei Buslinien steuerten am Morgen die Haltestelle am Wasserturm an.

(Foto: Claus Schunk)

Die Gefahrensituation für Schüler am Wasserturm wird entschärft. Die Haltestellen der Linien 211 und 212 werden an die Kirche verlegt

Von Christoph Hollender und Bernhard lohr, Grasbrunn

Die gefährliche Situation für Schulkinder an der Bushaltestelle Wasserturm in Grasbrunn wird entschärft. Die Haltestelle für die Linien 211 und 212 wird an die Kirche verlegt, um die Lage zu entzerren. Der von Schülern auf dem Weg ins Schulzentrum am Jagdfeldring in Haar genutzte 240- V-Bus hält in den Morgenstunden weiterhin am Wasserturm. Abgesehen davon verbessert die Gemeinde auf eigene Rechnung den Schülerverkehr von der Grundschule Neukeferloh nach Harthausen. Bisher hat schon Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) als Zwischenlösung einen zusätzlichen Bus um 12.30 Uhr losgeschickt. Dem Gemeinderat lag am Dienstagabend zur Entscheidung vor, diese Linie regulär zu finanzieren.

Normalerweise freuen sich die Kunden des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) jedes Jahr auf Mitte Dezember, wenn wieder Verbesserungen auf den Linien im Fahrplan umgesetzt werden. Im Landkreis gab es zuletzt besonders Grund dazu, schließlich pumpt die öffentliche Hand mehr Geld in zusätzliche Linien und Taktverdichtungen. Die Tangentialverbindungen zwischen den Gemeinden, also von Grasbrunn etwa rüber nach Haar, Putzbrunn, Neubiberg, werden ausgebaut. Doch dieses Mal lief beim Fahrplanwechsel auch einiges schief. Bürgermeister Korneder sagt, es sei eine grundlegende Umstellung vollzogen worden mit einem "gänzlich neuer Fahrplan".

Seit Dezember steuerten die Busse der Linien 211, 212 nach Neubiberg und 240 nach Haar die Bushaltestelle am Wasserturm an. Das Busangebot wurde, etwa auch mit dichteren Takten, nicht nur ausgebaut. Sondern es kam bei der Neuausschreibung des Busnetzes auch noch mit DB-Regio ein neues Busunternehmen mit neuen Busfahrern zum Zug, die die Örtlichkeit nicht kannten und manchmal nicht wussten, wo sie anhalten sollten, um Kinder einsteigen zu lassen.

Als die Schülerlotsen beobachteten, was sich dort für Szenen abspielten - Kinder liefen zwischen Autos über die Straße, während Busse um die Ecke bogen, die Schulkinder wussten manchmal nicht, welcher Bus zu nehmen sei -, schlugen sie Alarm, und noch vor Weihnachten gab es ein erstes Krisengespräch mit zuständigen Behörden und mit den Bus- und Strecknetzbetreibern. "Ich bin schon hellhörig, wenn von den Schulweghelfern etwas mitgeteilt wird", sagt Korneder. Nun gab es vergangene Woche noch einen Ortstermin, an dem alle beteiligt waren, die mit dem Thema zu tun haben könnten: Polizei, Schulweghelfer, Gemeinde und das Busunternehmen hatten jemanden dazu abgestellt.

Mit dem Ergebnis der Runde ist Bürgermeister Korneder jetzt recht zufrieden. Zusätzlich zur Änderung im Morgenverkehr wurde demnach vereinbart, dass mittags der 240-V-Bus statt am Wasserturm am Bürgerhaus hält. Der Verkehr werde entflochten, sagt Korneder. Schulweghelferin Claudia Zech zeigt sich erleichtert, dass sich die Situation nun "entschärft". Die Busse würden auch andere Straßen nutzen und insgesamt geordneter am Wasserturm anfahren. Zusätzlich bereite der Berufsverkehr am Knotenpunkt Wasserturm Probleme. Der Verkehr nehme seit Jahren stetig zu. Viele Pendler nützen die Glonner Straße zur Wasserburger Landstraße, um zur Autobahn zu gelangen. Um bis zu ein Drittel soll der Verkehr dort zugenommen haben in den vergangenen Jahren.

Nun sollen die Neuerungen im Busverkehr möglichst schnell umgesetzt werden. Erste Verbesserungen zur "Entzerrung der Lage" gebe es schon, sagt Zech, die Gefährdung der Kinder sei geringer geworden. Der Druck, etwas zu ändern war zuletzt auch groß geworden. Mit den Schulweghelfern protestieren viele Eltern gegen die aus ihrer Sicht unhaltbaren Zustände im Schulbusverkehr. Es war von chaotischen Zuständen die Rede. Auch der stellvertretende Landrat und frühere Grasbrunner Bürgermeister Otto Bußjäger (Freie Wähler) schaltete sich ein und sprach von einem sicherheitsrelevanten Problem. Weil die Zeit drängte, sollte eine Verbesserung so schnell wie möglich umgesetzt werden.