"Gescheiterte Menschen": Mit dieser Bezeichnung für Homosexuelle und Geschiedene hat sich Kardinal Marx einst herbe Kritik zugezogen. Im SZ-Interview fordert er nun einen offenen Umgang der Kirche mit beiden Gruppen.
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat für einen offenen Umgang der Kirche mit Homosexuellen plädiert. "Homosexuelle gehören dazu", sagte Marx in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Die Kirche habe im Umgang mit Schwulen in der Vergangenheit "nicht immer den richtigen Ton getroffen", so Marx. Es sei aber jeder willkommen, der mitmachen "und sich der Gemeinschaft der Kirche anschließen wolle".
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Kardinal Reinhard Marx: "Es ist mir fremd, andere Menschen zu verurteilen." (© dpa)
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Damit reagierte Marx auf herbe Kritik von Schwulenverbänden, die sich an einer Äußerung des Kardinals beim Mannheimer Dialogforum der katholischen Kirche gestoßen hatten. Der Erzbischof sprach damals im Zusammenhang mit Homosexuellen und Geschiedenen von "gescheiterten Menschen". Im SZ-Interview stellte der Kardinal klar: "Es ist mir fremd, andere Menschen zu verurteilen."
Gleichwohl bleibe es aber bei der kirchlichen Position, "dass die Sexualität in die treue eheliche Beziehung zwischen Mann und Frau gehört, die offen für Kinder ist". Marx: "Dass nicht alle Menschen das leben können, ist eine seelsorgerische Herausforderung." Er könne eine homosexuelle Beziehung zwar nicht segnen, aber könne für die Menschen beten, wenn sie es wünschten. "Ein großer Schritt wäre aber schon einmal, dass jeder integriert ist. Das ist längst nicht überall erreicht", sagte der Kardinal.
In dem SZ-Interview äußerte sich Marx auch erstmals ausführlich über die Reformen im Münchner Erzbistum und die Auseinandersetzung mit den Gläubigen und ihren Wünschen nach Veränderungen in der Diözese. Dabei sagte er einen intensiven Dialog mit dem Diözesanrat zu, dem obersten Gremium der Laien im Bistum. "Es wird konkrete Veränderungen geben", versprach Marx. Der Kardinal hatte gleich nach seinem Amtsantritt 2008 harte Reformen verordnet: Pfarreien werden zu größeren Verbänden zusammengelegt, das Ordinariat wird umstrukturiert. Zugleich aber hatte er die Gläubigen dazu aufgerufen, in einem Laien-Forum unter dem Motto "Dem Glauben Zukunft geben" Vorschläge für Reformen zu machen.
Im Dezember überreichten die Mitglieder dieses Forums dem Bischof dann 64 pastorale Empfehlungen. Darin geht es von Organisationsfragen der Pfarreien im Bistum bis hin zu grundsätzlichen Themen wie der Zukunft des Zölibats für Priester, mehr Mitbestimmung für Laien oder einen besseren Umgang mit Geschiedenen. Marx zur SZ: "Ich habe das als einen intensiven Hinweis verstanden: Erzbischof, daran musst du mit uns arbeiten." Das werde nun auch getan.
Wichtigste Themen seien dabei zunächst die Fragen, wie Ehrenamtliche besser gewürdigt, ausgebildet und begleitet werden können und wie die Seelsorge in den neuen großen Pfarrverbänden funktionieren soll. Zudem kündigte Marx an, auch den Umgang der katholischen Kirche mit Geschiedenen zum Thema machen zu wollen.
Das Interview mit Kardinal Marx lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der SZ.
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(sueddeutsche.de/bica)
Frauen in Saudi-Arabien
Die neueste Antwort
Keiner möge an der erzkonservativ ausgerichteten Denkweise von Marx zweifeln ; das gilt sowohl in theolog. als auch in kirchenpol. und liturgischen Fragen.
Die Umstände, unter denen er 2003 den Saarbrücker Professor Hasenhüttl ohne Pardon suspendierte, mögen zwar viele vergessen haben – unterstreicht aber die Attitüde eines in Talkshows zwar telegenen, Zigarre rauchenden und Rotwein trinkenden Bischofs, aber auch die eines im Bischöflichen Palais sich als stets den Anweisungen Roms in serviler und devoter Weise Gehorchenden , der an seiner Arkandisziplin und Oboedienz gegenüber seinem römischen Chef nie irgendwelche Zweifel aufkommen lässt.
Zu dem in den Medien vielfach kolportierten Leitsatz des Bischofs „Wer den Zeitgeist heiratet, ist morgen schon Witwer“, stelle ich Folgendes fest :
Für mich ist es eine Dramatik ungeheuerlichen Ausmaßes, dass die kath. Kirche gegenüber folgenden unaufschiebbaren Reform- und Veränderungsforderungen mit unmenschlicher Härte und Abweisung reagiert :
• Was spricht gegen die Aufhebung des Pflicht(!)zölibats?
• Was spricht gegen die Aufhebung von Intransparenz und der Verwirklichung der Forderung nach mehr demokratische Strukturen im Ämter- und Verwaltungsbereich der Kirche? Z.B. bei der Bestellung von Bischöfen. Leo I. (440-461) formulierte im 5. Jahrhundert: „Wer allen vorstehen soll, soll auch von allen gewählt werden.“
• Was spricht gegen die Forderung einer wirklichen demokr. Erneuerung der vatik. Jurisdiktion?
• Was spricht gegen eine vom Volk Gottes ausgehende Forderung, dass es im Vatikan - frei nach absolutistischer Willkür - keinen rechtsfreien Raum geben darf?
• Was spricht gegen die Forderung, vom Vatikan als Staat bzw. staatsähnlichem Gebilde mit Nachdruck zu fordern, endlich die Menschenrechtspakete und –vereinbarungen zu unterschreiben und zu ratifizieren?
• Was spricht gegen die Aufhebung der von klerikalen Machtansprüchen geprägten Trennung zwischen Klerus uns Laien?
• Was spricht gegen die Aufhebung von unhaltbaren Forderungen im Bereich der menschlichen Sexualität – z.B. das Kondomverbot ….. u.v.a.m.?
Wenn Marx all das mit „Zeitgeist-Denken“ und „Gemischtwarenladen“ diskreditiert, so erlaube ich mir den Hinweis, dass Kirche immer dann ihren jesuanischen Auftrag verfehlt, wenn sie sich von den Sorgen und Nöten der Menschen entfernt.
Ob Marx das alles bedacht hat, als er vom „Zeitgeist-Witwer-Denken“ s
Sie schreiben, dass "die Kirche" (doch anscheinend die katholische) "für viele" (laut Zusammenhang: viele der als Hexer verdächtigten) "der einzige Zufluchtsort war" und verlinken dazu auf
http://www.webhistoriker.de/zeitreisen/chronik-fruehe-neuzeit/59-chronik1518-luther-hexerei.html?7771951ac35eebea1d46741650c0c325=bd8b1c5652590de53889a
Diese Seite befasst sich tatsächlich hauptsächlich mit den Protestanten und insbesondere Luther, aber einleitend wird deutlich gesagt, dass _b_e_i_d_e_ Konfessionen am Hexenwahn beteiligt waren.
Von einem "Zufluchtsort" steht da nichts. Diese sachliche Webseite ist nicht geeignet, das zu belegen, was Sie behauptet haben.
Der Einzige der Polemik ohne Fakten verbreitet sind Sie.
Wenn Sie in Rom sind, dann hoffe ich, dass es bald zu einer Einigung mit der Piusbruderschaft kommt, dass Freimaurerbünde keine Chance mehr haben werden.
Empfehle Ihnen dazu das Buch: Malachi Martin "Der letzte Papst"
David Berger ist nicht katholisch da er den Augustinischen Grundsatz schwer verletzt hat.
Richtig denn ohne diese müssten die Kirchen zwecks Personalmangel schließen.
Dann lasst mal das Wissen zu!
Paging