Innenausstatter Kokon schließt seine Filialen

Seit 1998 unterhielt Kokon auch eine Filiale im Lenbach-Palais.

(Foto: Robert Haas)
  • Anmerkung der Redaktion: Die Kokon-Filiale in Seefeld, Landkreis Starnberg, hat seit September 2016 wieder geöffnet.
  • Nähere Informationen dazu finden Sie hier.
Von Christine Setzwein

Seit 1998 verkauft Helmut Ronstedt im Lenbach-Palais Blumen, Stoffe, Accessoires und Möbel, importiert aus aller Welt, asiatische Antiquitäten gibt es dort und Bücher. Allerdings nur noch bis 30. Juni. Dann schließt die Firma Kokon ihre Filialen in München, Seefeld (Landkreis Starnberg) und die Zentrale in einem ehemaligen Dornier-Flugzeughangar in Neuaubing.

Den insgesamt 80 Mitarbeitern wurde bereits gekündigt. Vor 29 Jahren hat Ronstedt Kokon gegründet. "Seit 50 Jahren bin ich im Geschirr", jetzt sei es Zeit aufzuhören, sagte er am Dienstag zur SZ. Dem Vernehmen nach sind es gesundheitliche, aber auch wirtschaftliche Gründe, die zu der Schließung führen.

Es gebe bereits Interessenten

Der 73-Jährige ist trotz allem optimistisch: Sowohl für den Standort München wie auch für Seefeld gebe es mehrere potente Interessenten aus dem In- und Ausland. Auch hätten viele Mitarbeiter bereits neue Jobs gefunden.

Mit seinem ersten Laden, dem Mashallah an der Schellingstraße, hatte Ronstedt 1987 - damals noch mit viel Räucherstäbchen und bunten Stoffen - fernöstliches Flair und exotische Wohnkultur nach München gebracht. Im Fünfseenland, im historischen Ambiente von Schloss Seefeld, kamen 1992 Möbel dazu, sechs Jahre später dann die Filiale im Lenbach-Palais.

Bis Ende März findet der reguläre Handel in den Kokon-Filialen statt, dann beginnt der Räumungsverkauf. In der Familie hat Ronstedt keinen Nachfolger für das Geschäft gefunden. Tochter Jule Ronstedt ist Schauspielerin, ihre Schwester studiert Kunst, der Bruder hat gerade Abitur gemacht. Der gebürtige Oberschlesier Helmut Ronstedt lebt seit 1978 in der Gemeinde Seefeld. Dort kann er sich bald wieder seinem Hobby widmen: der Hühner- und Entenzucht.

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