Wer in München auf Wohnungssuche geht, muss Geduld haben. Die Maschen der Makler sind teilweise mehr als dreist. Ein Erfahrungsbericht.
Der übliche Besichtigungstermin in Harlaching, die ältere Tochter hat schon Routine darin, vor Hausbesitzern einen friedlichen, freudigen Eindruck zu machen. Schon beim ersten Anblick des Objekts regen sich die üblichen Zweifel: Ist das wirklich der Garten aus dem Exposé?
Die Wohnungssuche in München kann sich über mehrere Monate ziehen. (© Foto: ddp)
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Sieht eher aus wie ein Vorgarten, direkt an der Straße, aber sei's drum, die Familie auf Wohnungssuche klingelt unverdrossen, es könnte ja das große Los sein. Es öffnet die Tür: ein freundlich lächelnder Herr im dunklen Anzug, Mitte 30; die Schuhe hat er ausgezogen, die Bewerber folgen brav.
Mietpreis um 300 Euro erhöht
Der schuhlose Herr führt wie ein Hoteldirektor durch das 100-Quadratmeter-Haus aus den dreißiger Jahren, es ist nicht spektakulär, aber ordentlich restauriert; drei Bäder, Designerküche, poliertes Parkett, ausgebauter Dachstuhl, gehobener Standard.
Alles geschmackvoll, der Eigentümer hat jeden Winkel ausgebaut und selbst im Dachgeschoss noch ein zweites Mini-Stockwerk eingezogen, das man nur mit gekrümmten Rücken erreicht: Wohnraum ist knapp in München, jeder Quadratmeter ein kostbares Gut.
"Wissen Sie", sagt der Anzugträger, der sich plötzlich als "Berater" des eigentlichen Besitzers vorstellt, "wir haben aufgrund des großen Interesses jetzt den Mietpreis ein wenig angehoben. 300 Euro, schließlich haben wir hier schon 150 Leute durchgeschleust." 300 Euro Aufschlag, einfach so?
In München gibt es keine Krise
Das ist schon dreist, dabei war der Mietpreis vorher schon am oberen Schmerzlimit. Der Hausherr selbst, der sich zu dieser überraschenden Preiserhöhung nicht äußert, wartet in der von ihm selbst eingerichteten Designerküche auf solvente Kandidaten.
Auf Leute, die das Spiel mitspielen und unverlangt eine kopierte Selbstauskunft mit Verdienstbestätigung auf den Tisch legen. Ist ja Harlaching, hier will jeder hin, selbst wenn man sich das nicht ganz leisten kann.
Es sind, so scheint es, immer genug Spieler da, trotz der Rezession, die auf dem Miet- und Immobilienmarkt in München offenbar wenig Wirkung hinterlassen hat. Wenn manche Makler behaupten, von der Krise nicht das Geringste zu spüren, kann man das in München ruhig glauben.
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FKK-Slackliner Alexander Schulz
Die neueste Antwort
Über eins muß man sich in München im Klaren sein, als potentieller Mieter darf man zwar den Makler - oder was sich dafür hält - zahlen, arbeiten tut er jedoch für den Vermieter, wenn er denn arbeitet.
Noch besser wird es beim Hauskauf, da verlangen Makler einer lokalen Bank Provision vom Käufer und vom Verkäufer und verlangen zusätzlich, daß die Hypothek über die eigene Bank abgeschlossen wird - Zinssatz jenseits von gut und böse.
Wenn man sich dann noch erdreistet über den Preis verhandeln zu wollen wird man gleich angeraunzt "Wenn Sie sich das Objekt nicht leisten können müssen sie es sein lassen."
ist er unfähig einem eine adäquate Wohnung anzubieten und begründet dies mit der Aussage, der Wohnungsmarkt in München sei leer.
Leistung kann ein Makler zeigen, wenn er das größmögliche für seine Kunden herausholt.
Irgendwie gelten diese Regeln eh nicht für den Wohnungsmarkt auf dem der Kunde der Bittsteller und Vermieter der Gutsherr ist. Da dieser Zustand seit 50 Jahren anhält wird er auc die nächsten 50 Jahre ohne Veränderung überdauern.
Prost Mahlzeit!
Und jetzt kommen wir mal auf die an anderer Stelle schwehlende Diskussion zu sprechen, wo einem das Auto als tägliches Transportmittel zur Arbeit versagt wird, weil man ja umweltfreundlich mit den Öffentlichen oder dem Rad fahren könne, was aber nur mit Wohnung und Arbeit innerhalb einer größeren Stadt möglich ist.
Aber selbst wenn man möchte, kommt man anscheinend kaum an eine Wohnung im gelobten Ballungsraum.
... und weshalb werden solche Gebaren in München noch zugelassen? Weshalb wird nicht durchgesetzt, dass Wohnraum nicht vernichtet werden darf? Es strehen genug Bürotower leer.
Die Partei, die endlich diese Wohnraumvernichtung offen anspricht und gegen sie vorgehen will, hat meine Stimme.
Was von Maklern in München teils angeboten wird, ist oft die Höhe. Eine runtergekommene Bruchbude, die vor der Besichtigung nicht mal geputzt wurde, Wohnungen in "Schwabing", die nördlich des Frankfurter Rings liegen, völlig überzogene Preisvorstellungen...
Die sogenannten "Makler" in München bieten alles, nur nicht den Service, für den sie eigentlich bezahlt werden.
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