Imbiss Kim Phat Vietnamesische Wundertüte

Gut, günstig und große Portionen: Im Kim Phat, einem vietnamesischen Imbiss in der Maxvorstadt, bekommt man noch was für sein Geld. Vor allem der Feuertopf ist ein Geheimtipp - und der Bierpreis auch.

Von Beate Wild

Eigentlich darf man München nie, wirklich nie, mit Berlin vergleichen. Aber manchmal bietet es sich einfach an. Zum Beispiel in punkto Essen. Die Hauptstadt ist nämlich voll von tollen und preiswerten Imbissen - egal ob asiatisch, arabisch oder anatolisch.

In München ist essen gehen in der Regel teuer und nervenaufreibend. Letzteres, weil die Lokale immer gesteckt voll sind und man ohne Reservierung meist das Nachsehen hat. Die Imbisskultur ist in unserer Stadt nicht wirklich verbreitet. Was natürlich auch damit zusammenhängen kann, dass man in München gerne viel Geld in noblen Restaurants ausgibt - mögen sie es nun Wert sein oder nicht.

Halten wir also fest: Es ist schwer, einen guten und günstigen Imbiss in München zu finden. Deshalb ist die Freude groß, dass es seit ein paar Monaten das Kim Phat in der Schleißheimerstraße 92 gibt. Ein vietnamesisches Schnellrestaurant, das aber nichts von einer Fast-Food-Hölle hat, sondern in dem man delikat und noch dazu preiswert essen kann. Außerdem sind die Portionen so groß, dass selbst der hungrigste Vielfraß satt wird.

Wirt Quoc-Binh Ta betrieb schon in der Dachauerstraße am Hauptbahnhof einen kleinen Imbiss. Nun ist er mit seinem Lokal in die Schleißheimerstraße gezogen, dorthin, wo früher einmal das chinesische Restaurant Mao war. Mit dem Umzug hat sich das Kim Phat um einiges vergrößert. Das Essen - damals schon lobenwert - ist im neuen Lokal immer noch genauso gut.

Im Kim Phat gibt es alle möglichen vietnamesischen Klassiker, etwa gebratenes Hühnchen in Hoisin-Sauce mit Gemüse und Reis (6,40 Euro), gebratener Tofu in Erdnusssoße (5,90 Euro) oder gebratene Nudeln mit Rindfleisch und Wokgemüse (6,90 Euro). Sehr zu empfehlen sind zudem die knusprige Ente in rotem Thai-Curry (8,90 Euro) oder die Garnelen in Sacha-Sauce (8,90 Euro). Als besondere Spezialität im Kim Phat gilt der Feuertopf (14,90 Euro), der ab zwei Personen bestellt werden kann. Darin werden Garnelen, Tintenfisch, Fischfilet und Wasserspinat zu Reisnudeln serviert.

Die Gerichte sind frisch, ohne Glutamat zubereitet und raffiniert mit Kräutern gewürzt. Wo "scharf" steht, bekommt man zwar ein scharfes Essen, doch es ist unserem empfindlichen europäischen Gaumen angepasst. Sprich: Man kann es essen, ohne dass einem die Tränen in die Augen schießen. Sehr aufmerksam und freundlich ist zudem das Personal. Man wird schnell bedient und muss nie lange auf seine Bestellung warten.

Mittags kommen Leute aus dem Viertel her, Arbeiter, Büroangestellte und Studenten. Bei warmen Temperaturen kann man draußen sitzen auf dem Gehweg. Doch tagsüber, wenn auf der Schleißheimer Straße der Verkehr vorbeibraust, ist das weniger gemütlich. Abends ist es wesentlich ruhiger.

Drinnen ist das Kim Phat sehr schlicht eingerichtet. Weiße Tische, schwarze Stühle, Holzboden. Nichts Besonderes, doch das erwartet man hier auch nicht. Die meisten Gäste kommen, um zu speisen. Länger sitzen bleibt man hier eher nicht. Vor allem abends sind gerne Pärchen oder Gruppen da, die nach dem Essen wohl noch weiterziehen.

Dabei ist grade das Bier im Kim Phat so billig, wie man es in München ganz selten findet: Ein halber Liter Augustiner Helles kostet 2,90 Euro. Wie man sieht: Auch in der bayerischen Schickimicki-Metropole geht es preiswert. Man muss nur wissen wo.