Historischer Teil des Oktoberfests Die "Oide Wiesn" lebt weiter

Nostalgie als Dauerbrenner: Die historische Wiesn wird es wohl auch 2011 geben. Sie soll sich allein durch Eintrittsgelder und die Pacht für Zelte und Buden finanzieren.

Von Dominik Hutter

Die Historische Wiesn, die beim Jubiläums-Oktoberfest mehr als eine halbe Million Besucher angezogen hat, soll künftig jedes Jahr stattfinden. Wirtschaftsreferent Dieter Reiter hat ein Konzept für eine leicht abgespeckte Variante des Traditions-Spektakels ausgearbeitet, das am kommenden Dienstag im Stadtrat diskutiert wird.

Zur "Oiden Wiesn" soll zwar kein Pferderennen mehr gehören. Sowohl das historische Bierzelt, das Herzkasperlzelt als auch das Velodrom und die altertümlichen Fahrgeschäfte könnten aber bereits im September 2011 wieder auf der Theresienwiese stehen - vorausgesetzt, der Stadtrat teilt die Nostalgie-Begeisterung Reiters.

Platz finden könnten die Volksfest-Veteranen im Südwesten des Geländes, in Sichtweite zu Bavaria und Ruhmeshalle. Damit sich Historien-Wiesn und das alle vier Jahre stattfindende Zentrale Landwirtschaftsfest nicht in die Quere kommen, schlägt Reiter Gespräche mit dem Bauernverband vor. Denn idealerweise sollte die "Oide Wiesn" jedes Jahr stattfinden können. Um die entspannt-gemütliche Familienatmosphäre der Veranstaltung zu wahren, könnte das Gelände wie schon in diesem Jahr eingezäunt werden - wer hineinwill, muss drei Euro Eintritt bezahlen.

Reiter hofft, auf diese Weise mehr als eine halbe Million Euro einzunehmen. Dazu kommt die Pacht für Zelte und Buden: rund 130.000 Euro. Diese Summe reicht nach den Berechnungen des Wirtschaftsreferats aus, um die "Oide Wiesn" ohne städtischen Zuschuss zu finanzieren; in der Kasse verbliebe sogar ein kleines Plus von 50.000 Euro.

Die historischen Fahrgeschäfte wie auch das Velodrom dürfen dagegen kostenlos auf städtischem Grund aufgestellt werden. Die Betreiber werden aber vertraglich zu einem vergünstigten Eintritts- oder Fahrpreis von einem Euro verdonnert.

Schriftlich festgelegt wird auch der heimatliche Charakter des Bierzeltes: Reiter will ausschließlich traditionelle bayerische Musik zulassen. Für Besucher, die dann nicht mehr stillsitzen können, muss ein Tanzboden zur Verfügung stehen. Boxen dagegen sind im 5000-Plätze-Zelt verpönt. Fürs Programm mit vielen Trachten- und Brauchtumsgruppen soll wie schon in diesem Jahr der Festring zuständig sein, der zudem das Vorschlagsrecht für den Wirt erhält.

Das Theaterzelt mit seinen 1000 Plätzen wird nach einem ähnlichen Konzept betrieben wie das Herzkasperl-Zelt auf der Jubiläums-Wiesn: Die aktuelle Musik-, Theater-, Tanz- und Literaturszene könnte auftreten - mit besonderem Augenmerk auf den Interpreten junger Volksmusik. Reiter hofft, dass sich eine Münchner Kulturinstitution um das Zelt bewirbt.

Bei den historischen Schaustellergeschäften wird ein Mindestalter vorausgesetzt: Baujahr 1970 oder früher. Reiter wäre eine Auswahl wie bei der Wiesn 2010 am liebsten: historische Rundfahrgeschäfte, Schiffschaukel, Kinderkarussell, Kettenkarussell, Kasperltheater sowie Wurf- und Schießbuden. Auch das Velodrom, das bereits zwischen 1901 und 1962 auf dem Oktoberfest stand, soll wieder auf der "Oiden Wiesn" auftauchen - dazu kommen Buden für Würstel, Eis, Getränke und Feinkost.

Schlimmer geht's nimmer!

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