Schwerer Unfall in Puch Wie nach einem Erdbeben

Zwei Tage nach der Bergung eines Lastwagens in Puch wird das ganze Ausmaß der Schäden deutlich.

Von Stefan Salger

Eine Schneise der Verwüstung hat der schwere Vierachser in dem Garten hinterlassen, und jede Menge Kleinholz im Büro.

(Foto: Günther Reger)

- Immer noch klafft dieses riesige Loch in der Hausmauer. Und immer noch stehen Passanten fassungslos davor. Nach einem Ausweichmanöver auf der an Puch vorbei führenden Bundesstraße 2 war am Mittwoch ein mehr als 20 Tonnen schwerer Lastwagen von der Straße abgekommen und mit dem Führerhaus im Büro einer Schlosserei stecken geblieben. Der Unfallverursacher, ein 49 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Aichach-Friedberg, hatte einen Asthmaanfall erlitten und war auf die Gegenfahrbahn geraten - auf der in diesem Moment der mit einem Trockenputz-Silo beladene Vierachser entgegenkam. Trotz des schweren Zusammenstoßes kam der Unfallverursacher mit mittleren Verletzungen davon, alle anderen Unfallbeteiligten - der 54 Jahre alte Lenker des Lastwagens ebenso wie die Insassen zweier weiterer Fahrzeuge - erlitten nur leichte Blessuren.

Drei Tage nach dem spektakulären Unfall hat sich der Pucher Schlossereibesitzer Andreas Tränkl einigermaßen gefasst, auch wenn von Möbeln und Computern in seinem Büro nur noch ein Haufen Kleinholz und Schrott übrig ist und es aussieht wie nach einem Erdbeben. "Der Betrieb in der Schlosserei läuft weiter", sagt er am Freitag. Dafür freilich ist Improvisationstalent gefragt. Am Dienstag soll ein Bürocontainer aufgestellt werden, und nächste Woche erwartet Tränkl den Gutachter. Dann wird sich zeigen, ob die ersten groben Schätzungen der Polizei zutreffen. Diese hatte von rund 100 000 Euro gesprochen.

Tränkl selbst hatte noch Glück. Um 7 Uhr in der Früh pflügte der 32-Tonner auf Höhe des Ortsschildes erst quer durch den Ziergarten mit seinen Skulpturen und dem kleinen Teich und bohrte sich dann in die Wand - eine halbe Stunde später wollte der Handwerker mit seiner Arbeit beginnen. Ob es zum Unfallzeitpunkt glatt war, wie mehrere Passanten gemutmaßt hatten, ließ sich letztlich nicht mehr klären. Im Unfallbericht der Polizei ist von einer trockenen Fahrbahn die Rede.

Für die Anlieger der Bundesstraße 2 war ein Unfall an dieser Stelle nichts Ungewöhnliches, auch wenn nun erstmals ein schwerer Lastwagen auf Abwege geriet. Tränkls Nachbar Gernot Bayreuther hat seine Gartenmauer deshalb bereits vor zwei Jahren aufgestockt.