SC Fürstenfeldbruck Gemeinheiten ohne Absender

Anonyme Attacken: Ein Briefschreiber verunglimpft die gesamte Führung des SC Fürstenfeldbruck. Nun hat SCF-Vizepräsident Eckart Lutzeier Anzeige erstattet.

Von Peter Schelling

Ein anonymer Briefschreiber versucht derzeit beim Fußball-Landesligisten SC Fürstenfeldbruck für Unruhe zu sorgen. Der "Brief 1/2010" mit dem etwas kryptischen Titel "Sie werden es schon richten: SCF!" landete bei Vereinsmitgliedern, Sponsoren und Zeitungsredaktionen - oder gleich im Papierkorb. Nun hat SCF-Vizepräsident Eckart Lutzeier bei der Polizei Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Aus gutem Grund, denn Lutzeiers Name wird in dem Pamphlet unter der Verwendung des Spitznamens "Ecki" am häufigsten genannt.

Schlechte Nachrichten: Der Vizepräsident des SC Fürstenfeldbruck, Eckart Lutzeier, wird von einem anonymen Briefeschreiber verunglimpft.

(Foto: Günther Reger)

Lutzeier, der ein Sicherheitsunternehmen leitet und sich seit einigen Jahren in der Vereinsführung des SC Fürstenfeldbruck engagiert, fühlt sich durch die anonymen Vorwürfe persönlich verunglimpft. Wegen übler Nachrede und Geschäftsschädigung hat er deshalb Anzeige bei der Polizei erstattet. Ein Sprecher der Inspektion in Fürstenfeldbruck bestätigte, dass eine entsprechende Anzeige vorliege und die Ermittlungen bereits liefen. Sobald es handfeste Ergebnisse gebe, würden sie der Staatsanwaltschaft vorgelegt.

Beim SC Fürstenfeldbruck rätselt man derweil, wer der unbekannte Briefschreiber sein könnte. "Wir haben nicht den leisesten Verdacht", sagte der Vereinsvorsitzende Siegfried Müller. Zum Inhalt des Schreibens wollte sich Müller nicht dezidiert äußern: "Das entbehrt doch jeder Grundlage", sagte er lediglich.

Suada gegen Führungskräfte

Der unbekannte Autor beklagt sich in seinem Brief mit eher ungelenken Worten nicht nur über den sportlichen Niedergang des SCF und die drastisch gesunkenen Zuschauerzahlen, sondern sorgt sich in einem Vergleich mit der Bundesregierung auch um die Zukunft des Vereins - ganz nach dem Motto "was interessieren uns die Generationen nach uns, die dann den Karren aus dem Dreck ziehen müssen". Bei der Suada werden nahezu alle Führungskräfte des Vereins der vergangenen Jahre aufgezählt, von "Frankieboy Demmer" bis hin zu "Ecki Lutzeier", der mit seinem Wirken seit Jahren für die "notwendige Nachhaltigkeit, Kontinuität und erfolgreiche Bilanz" sorge. Was die sportliche Zukunft betrifft, sieht der offenbar tief besorgte Nestbeschmutzer den SC Fürstenfeldbruck schon bald in einer Liga mit dem TSV West, Aich und Puch.

Die Sorgen, die Vereinspräsident Siegfried Müller hat, sind derweil ganz anderer Natur. Müller befürchtet, dass einige Sponsoren ein falsches Bild vom SCF bekommen könnten und den Verein künftig nicht mehr unterstützen werden. "Wir haben überhaupt nichts gegen Kritik", sagt er, und jeder, der konstruktiv im Verein mitarbeiten wolle, sei herzlich dazu eingeladen. Den anonymen Briefschreiber, wer immer das sein mag, dürfte Müller mit dieser Aufforderung allerdings ganz bestimmt nicht gemeint haben.