Olching Zu viele Schläge

Enttäuscht von der eigenen Leistung: Silvia Heublein beim Spiel auf einer der Minigolfbahnen in Olching.

(Foto: Johannes Simon)

Beim Senioren-Cup der Minigolfer in Olching kommt das bayerische Team nur auf Rang fünf

Von felix schulz, Olching

Die Atmosphäre auf den Anlagen des Minigolfsportklubs Olching ist angespannt. Gestört wird sie nur von vereinzelten Freudenausbrüchen oder den Motorgeräuschen der vorbeifahrenden Autos. Verständlich, denn die jeweils 18 Bahnen der Beton- und Eternit-Anlagen verlangen den 53 Teilnehmern des Senioren-Cups all ihr Können ab. Die Auswahlspieler aus acht Bundesländern haben sich am Freitag und Samstag auf dem Gelände des MSK Olching zusammengefunden, um aus ihren Reihen das beste Team der Landesverbände zu ermitteln.

Der bayerischen Auswahl um die Olchinger Lokalmatadorinnen Christiane Wamboldt und Silvia Heublein blieb bei schwierigen Witterungsbedingen der erhoffte gute Start allerdings verwehrt: "Auf drei, vier Bahnen sind uns unglückliche Fehler unterlaufen, die bei dieser Konkurrenz natürlich bestraft werden", erklärt Johann Pescherer, Betreuer der bayerischen Auswahlmannschaft. So fand sich Bayern zu Beginn des zweiten Turniertages mit 536 Schlägen auf dem fünften Rang, weit entfernt von den Spitzenreitern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit 511 und 512 Schlägen.

Wenngleich die kühlen Temperaturen und Windböen es den Minigolfsportlern erschwerten, ihr Potenzial vollkommen auszuschöpfen, zeigten sich die Zuschauer dennoch beeindruckt. "Die Präzision und die Konstanz, mit der Asse und Runden unter 25 Schlägen erzielt werden, ist bemerkenswert," sagt Benjamin Hofmann, der erst vor Kurzem dem MSK Olching beigetreten ist. So gelten für Freizeitspieler bereits Durchgänge um die 50 Versuche für 18 Bahnen als sehr gut. Für Siegfried Schwachter, der selbst vor 55 Jahren in Zürich bei den Europameisterschaften im Minigolf mit von der Partie war, hängt die enorme Leistungssteigerung neben dem intensiven Training auch mit der ausgeklügelten Behandlung der Bälle zusammen: "Während wir uns früher bei jedem Ass mit einem Bier zugeprostet haben, wählen die Spieler heutzutage für jede Bahn unter zig verschiedenen Bällen den bestmöglichen aus." Zudem werden die Bälle in Heizkoffern auf eine optimale Temperatur gebracht, welche von den Spielern vor jedem einzelnen Schlag fachkundig geprüft wird. Auf diese Weise bleibt nichts dem Zufall überlassen.

Trotz aller Bemühungen der bayerischen Auswahlspieler, kam das Team mit 1056 Schlägen auch am Samstag nicht über den fünften Platz hinaus. Denkbar knapp konnte sich Rheinland-Pfalz mit 1037 zu 1041 Schlägen den ersten Platz vor den Titelfavoriten aus Nordrhein-Westfalen erkämpfen. Während sich Christiane Wamboldt die beste Einzelwertung unter den Seniorinnen sicherte, zeigte sich ihre Teamkollegin Silvia Heublein von der eigenen Leistung enttäuscht: "Es ist schade, wenn man nicht halten kann, was man sich vorgenommen hat. Solche Turniere werden nun mal von der Tagesform entschieden." Viel Zeit zum Trauern bleibe dennoch nicht, nächste Woche geht es in der ersten Bundesliga nach Mainz.

Norbert Voß, Pressewart des MSK Olching, lobt abschließend den reibungslosen Verlauf des Turniers. Für die Zukunft hoffe man jedoch noch auf mehr begeisterte Zuschauer. Die hätte der allen Widrigkeiten zum Trotz gezeigte Spitzensport auch mehr als verdient.