Fürstenfeldbruck Vorbehalte gegen die Turnhalle

Das aktuelle Sportgelände des TSV West an der Cerveteristraße

(Foto: Günther Reger)

Der TSV West weicht beim Sportzentrum III plötzlich von der Linie der anderen Brucker Vereine ab

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Der TSV West schert beim Thema Sportzentrum III offenbar aus der Allianz der Brucker Vereine aus. Hatten sich diese bislang noch übereinstimmend für den Bau einer Zweifachturnhalle auf dem Grundstück zwischen Cerveteristraße und B 471 ausgesprochen, so werden bei Mitgliedern des TSV West nun Zweifel daran laut. Vorsitzender Anton Maletz bestätigte am Donnerstag entsprechende Informationen der SZ. Damit geht die Hängepartie rund um das Sportprojekt, das bereits seit 15 Jahren nicht vorankommt, weiter - trotz des bereits vorliegenden, recht detaillierten Architektenentwurfs. Im Stadtrat hatte es jüngst jenseits von CSU und Freien Wählern eine Mehrheit gegeben, einen Vorschlag von SPD-Stadtrat Walter Schwarz zu prüfen. Schwarz hatte angeregt, die Halle etwas weiter im Süden auf dem Gelände der künftigen Grundschule West zu errichten. Wann die Schule gebaut wird, ist freilich noch völlig offen.

Der Verein habe "keineswegs das Interesse am Sportzentrum III verloren", so Maletz. Die dort geplanten Fußballplätze, Umkleiden sowie das Sportheim mit Gastronomie stehen unverändert ganz oben auf dem Wunschzettel des Vereins. Gleichwohl räumt Maletz ein, dass es unter vielen Mitgliedern Vorbehalte gegen den Bau der Turnhalle auf dem Gelände gibt. Damit weichen sie ab von Maletz' bisheriger Linie, der sich bei einem vom Sportbeirat einberufenen Treffen Ende April noch für die "große Lösung" mit Zweifachhalle ausgesprochen hatte. Letztlich aber "entscheiden in einem Verein nun mal die Mitglieder", so Maletz am Donnerstag.

Offensichtlich hegen TSV-Mitglieder die Befürchtung, dass der als Bauherr vorgesehene TuS Fürstenfeldbruck alle Hallenbelegungszeiten für sich beansprucht, dass durch die gemeinsame Nutzung des Areals und der weiteren Einrichtungen und der Gaststätte aber "der Ärger programmiert" sei "und wir nicht mehr so frei in der Entscheidung sind wie bisher". Ultima Ratio wäre laut Maletz, "dass wir bleiben, wo wir jetzt sind" - auch wenn man dies nicht wolle. Der TSV favorisiert die "mittlere" der im Stadtrat vorgelegten Varianten. Diese sieht drei Fußballplätze sowie Umkleiden und ein Sportheim vor und außerdem Kegelbahnen und Schießstände - aber keine Zweifachturnhalle. "Kegler und Schützen brauchen sehr dringend neue Sportstätten, das wäre für uns absolut kein Problem", so Maletz.

Vorgebracht hat der TSV West die Bedenken bereits bei Sondierungsgesprächen vergangene Woche, gemeinsam mit OB Erich Raff (CSU), dem Sportbeiratsvorsitzenden Joachim Mack und dem neuen Brucker Sportreferent Martin Kellerer (CSU). Am 3. Juli sollen weitere Gespräche folgen, an denen auch alle anderen beteiligten Vereine sowie Vertreter der Stadtratsfraktionen teilnehmen sollen. Kellerer hofft, dass der TSV West bis zur Sportausschuss-Sitzung am 17. Juli und vor der endgültigen Entscheidung durch den Stadtrat doch wieder auf die ursprüngliche Linie zurückfindet. Man müsse alle Vereine an einen Tisch bringen. Gleichwohl räumt der Sportreferent ein, dass die Planungen für ein Sportzentrum III mit Halle nun wieder "in der Schwebe" seien, nachdem im OB-Wahlkampf von der SPD Kritik an der großen Lösung vorgebracht worden sei. Die große Lösung mit Turnhalle sei weiterhin erste Wahl für den Sportbeirat, bestätigte Joachim Mack am Freitag. Auch deshalb, weil sich das Projekt sonst auf unabsehbare Zeit verzögern könnte. Das könne auch nicht im Interesse des TSV West sein, der die Fußballplätze nutzen will. Mack lässt durchblicken, dass auch bei der künftigen Hallenbelegung längst noch nicht das letzte Wort gefallen ist.