Fürstenfeldbruck Stadträte unzufrieden mit Sparkassenchef

Klaus Knörr, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Fürstenfeldbruck.

(Foto: Günther Reger)

Gut eine Stunde lang umreißt Klaus Knörr im Rathaus den Stand der Prüfung einer Fusion Fürstenfeldbrucks mit den Instituten in Dachau und Landsberg. Vertreter von Grünen und CSU fordern unmissverständlich mehr Details

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Brucker Politiker fühlen sich unzureichend informiert über die Folgen einer möglichen Sparkassenfusion. Vertreter von Grünen und CSU warfen Sparkassenchef Klaus Knörr am Dienstagabend im Stadtrat vor, schlagkräftige Argumente schuldig zu bleiben. Der Vorstandsvorsitzende begründete dies mit einem noch ausstehenden Gutachten sowie Geschäftsgeheimnissen. Die Grünen nahmen den Vortrag zum Anlass, die Beauftragung eines unabhängigen Experten zu fordern. Knörr warb hingegen für Vertrauen in beschlussfassende Gremien wie Vorstand und Verwaltungsrat.

Der 64-jährige Vorstandsvorsitzende umriss gut eine Stunde lang das Projekt, das zurzeit geprüft wird. Einem Gutachten des Sparkassenverbandes zufolge würde die kleinere, aber unter anderem wegen des großen Immobilien-Portfolios wirtschaftlich leistungsfähigere Dachauer Sparkasse die Institute aus Fürstenfeldbruck und Landsberg aufnehmen. In der Folge hätten Stadt und Landkreis Fürstenfeldbruck als Träger der "abgebenden" Sparkasse das letzte Wort. Sie müssten einer Fusion also zustimmen. Laut Knörr käme ein solcher Zusammenschluss nur in Frage, wenn alle Seiten profitieren. Die Sparkasse müsste besser für den Wettbewerb gerüstet sein, etwa durch die Zusammenlegung von Abteilungen. Personal würde aber nur durch das Erreichen der Ruhestandsgrenze der Mitarbeiter abgebaut. Die Städte dürften im Vergleich mit dem Soloauftritt keine Einbußen bei der Gewerbesteuer hinnehmen müssen. Vor allem müsste der Auftrag im Dienste von Kommunen, mittelständischer Wirtschaft und Privatkunden gesichert sein. Seit etwa acht Jahren blitzte Bruck vor allem bei Dachau mit solchen Ideen regelmäßig ab, nun würde Dachau mitziehen. "Wir haben aber gar keinen Handlungsdruck", sagt Knörr. Die Fusion sei "nicht alternativlos."

Genauere Aufschlüsse, was die Fusion bringt, soll ein Mehrwertgutachten ergeben, das Ende September vorliegen soll. Etwa um den Jahreswechsel herum rechnet Knörr damit, dass die Gremien der Sparkasse sowie Stadt- und Kreistag entscheiden können.

Bis dahin ist es Alexa Zierl (parteifrei) sowie Jan Halbauer (Grüne) zufolge noch ein weiter Weg. Sie wünschen sich mehr Informationen auch darüber, was eine Fusion für die Stadt bedeutet und wie diese künftig mitreden könnte. Zurzeit gehören dem im Wechsel von OB Erich Raff und Landrat Thomas Karmasin geführten Verwaltungsrat auch der Stadtrat Markus Droth (CSU) sowie Stadt- und Kreisrat Ulrich Schmetz (SPD) an - außerdem Allings Bürgermeister Frederik Röder (CSU), Bankkauffrau Margit Quell (SPD), AEZ-Chef Udo Klotz und Bäckereichef Franz Xaver Rackl.

Halbauer nahm die Fusionsdebatte zum Anlass, die Sparkasse dafür zu rügen, dass diese dem Kurs des Sparkassenverbands folgt und keine Gewinne ausschütten will. Der Stadtrat müsse sich auf beiden Feldern die Expertise eines unabhängigen Fachmanns holen, so Halbauer. Knörr bezweifelt den Sinn eines solchen Gutachters - würden diesem doch ebenfalls detaillierte bankinterne Zahlen fehlen. Als Alternative zu einer Fusion brachte Klaus Wollenberg (FDP) ein Stiftungsmodell ins Spiel - dafür fehlen aber nach Knörrs Einschätzung die rechtlichen Voraussetzungen.

Sehr enttäuscht äußerte sich Herwig Bahner (CSU). "Harte Faktoren" seien von Knörr nicht vorgelegt worden - "ich bin so schlau wie vor einer Stunde." Gleichwohl wurde ein Antrag von Ulrich Schmetz mit knapper Mehrheit angenommen, die Debatte zu beenden. An diesem Donnerstag wird Knörr im Kreistag auftreten, am Abend wird dann in Fürstenfeld ein von den Grünen in Auftrag gegebenes Gutachten der Öffentlichkeit vorgestellt.