Gedenkfeier Ein Zeichen gegen Atomwaffen

Zu den Demonstranten gehört auch Klaus Pleil (rechts). Er ist Teil eines internationalen Netzwerks von Bürgermeistern, die sich für eine nukleare Abrüstung einsetzen.

(Foto: Günther Reger)

Zum Gedenken an die Opfer des Bombenabwurfs auf Hiroshima vor 70 Jahren versammeln sich 50 Brucker vor dem Alten Rathaus. Sie demonstrieren auch für eine nukleare Abrüstung

Von Max Keldenich, Fürstenfeldbruck

Schon von Weitem sind sie zu erkennen: Am Mittwochabend haben sich 50 Friedensaktivisten vor dem Alten Rathaus in Bruck eingefunden. Sie sind mit regenbogenfarbenen Fahnen mit der Aufschrift "Peace" ausgerüstet. Der Musiker David Jäger stimmt die Teilnehmer mit einer traurigen Melodie auf die Demonstration ein und gibt damit die Richtung der Veranstaltung vor: Sie steht ganz im Gedenken an die Folgen des verheerenden Atombombenabwurf am 6. August 1945 auf die japanische Stadt Hiroshima, bei dem mehr als 70 000 Menschen sofort den Tod fanden.

Die Aktivisten treten besonders für zwei Dinge ein: Für Frieden und für eine atomwaffenfreie Welt. Zu der Kundgebung hat das Sozialforum Amper eingeladen, das sich über den Zuspruch und das Interesse der Bürger freut. "Krieg ist keine Lösung für politische Probleme. Der Einsatz der Atombombe hat unvorstellbares Leid verursacht. Wir setzen uns für Frieden und Abrüstung ein", sagt Mitinitiatorin Hiltraut Wurm. Den anschließenden Demonstrationszug führt Friedrich Meyer-Stach an, der ein weißes Banner mit der Aufschrift "Atomwaffenfrei jetzt" trägt. Er bezeichnet den Abwurf der Atombombe über Hiroshima als "Kriegsverbrechen": "Für die Amerikaner ging es darum, die Waffentechnologie zu testen." Der Gedenktag sei vor allem eine Möglichkeit, auf die Aktualität von Atomwaffen hinzuweisen. So würden im Fliegerhorst Büchel in der Eifel die US-amerikanischen Atombomben des Typs B-61 modernisiert.

Es ist die Modernisierung dieser Waffen, die der evangelische Pfarrer Niclas Willam-Singer in einer emotionalen Rede anprangert. Durch die Konflikte im Nahen Osten sei der Einsatz von Atomwaffen durchaus wahrscheinlicher geworden. Deshalb müsse der Rüstungswahn durchbrochen werden. "Atomwaffen sind die Blindgänger des Kalten Krieges. Nur atomare Abrüstung garantiert einen dauerhaften Frieden." Für diese klaren Worte erntet Singer Applaus von den Zuhörern, die zum Zeichen des Friedens einen Kreis gebildet und Kerzen angezündet haben. Auch Oberbürgermeister Klaus Pleil nimmt an der Kundgebung teil. Er ist Mitglied der Initative "Mayors for Peace", einer internationale Organisation von Städten, die sich für atomare Abrüstung einsetzt. Pleil spricht von einer "ganz tollen Aktion". Früher seien die Atomgegner wegen ihres Einsatzes für Frieden und Abrüstung häufig belächelt worden. Doch das Engagement der Aktivisten sei auch heute noch besonders wichtig. "Wir haben seit 70 Jahren Frieden in Deutschland, was lange nicht selbstverständlich ist. Atomwaffen sind Teufelszeug und gehören abgeschafft", sagt Pleil. Monika Glemnitz vom Sozialforum Amper zeigt sich vom Interesse der Bürger angetan. Sie und ihre Mitstreiter streben eine stärkere Vernetzung mit anderen Friedensbewegungen wie mit jener aus Maisach an. Das Sozialforum versucht auch durch besondere Aktionen, die Not von Menschen in Krisenregionen zu lindern. So werden derzeit an drei verschiedenen Stellen in Bruck Medikamente für die griechische Bevölkerung gesammelt, die nach München gebracht werden. Alle drei bis vier Wochen sollen diese dann nach Griechenland geschickt werden.