Fürstenfeldbruck Blick in die digitale Zukunft

Unterstützt wird Frank Astor auf der Bühne von einem kleinen Roboter, der als Mittler zwischen Gegenwart und Zukunft agiert.

(Foto: Frank Wagenbreth/oh)

Frank Astor bietet im Veranstaltungsforum eine Vision der technischen Entwicklung. Der Kabarettistpräsentiert Ideen, an denen bereits gearbeitet wird, und zeigt, was heute schon alles möglich ist

Von Florian J. Haamann, Fürstenfeldbruck

Einen Blick in die Zukunft mit viel Science und wenig Fiction, dafür aber mit einer Menge Humor, das verspricht der Kabarettist Frank Astor. Denn für sein Programm "Robo Sapiens", das er am Samstag in Fürstenfeldbruck präsentieren wird, hat er sich intensiv mit der Digitalisierung und der technischen Entwicklung auseinander gesetzt. Über die Erkenntnisse, die er bei seinen Recherchen gewonnen hat, möchte er nun die Besucher informieren. Aber warum in einem Kabarettprogramm und nicht mit wissenschaftlichen Vorträgen? "Kabarett hat schon immer aufgeklärt und informiert. Und ich denke, durch den Humor kriegt man eine kritische Distanz und kann besser über die Dinge nachdenken", sagt Astor.

Dabei geht es Astor weder darum, den Fortschritt zu kritisieren, noch ihn zu glorifizieren. Vielmehr will er einen Ist-Zustand zeigen, dessen sich viele Menschen gar nicht bewusst sind. "Es gibt im Silicon Valley unglaubliche Projekte, die aber noch nicht auf dem Markt sind, weil sie erst bis zur Perfektion verbessert werden." Die Geschwindigkeit, in der all das passiere, sei aber wirklich atemberaubend. Einige Beispiel für beeindruckende Technik zeigt er in seiner Show. Etwa ein Video, in dem Kinder um eine leere Fläche in einer Turnhalle sitzen. Aus dem Nichts wird der Boden plötzlich zum Meer, aus dem ein Walfisch durch die Halle springt. "Das gibt es alles schon, wir bleiben die ganze Zeit auf dem Boden der Fakten. In der Show haben wir beispielsweise einen Song, in dem Michael Jackson als Hologramm auftritt."

Ein anderes Beispiel seien programmierbare Moleküle, wie sie schon in einer Schweizer Toilette zum Einsatz kämen. Solange der Raum ungenutzt ist, ist die Tür von außen, wie eine normale Glastür, durchsichtig. Sobald sie von innen abgeschlossen wird, ändern die Moleküle ihre Struktur, sodass die Tür eingetrübt wird.

Fiktiv wird es nur an einer Stelle des Programms. Nämlich dann, wenn Astor eine Zukunftsvision präsentiert. Sein Zukunftsmensch tritt mit ausgetauschten, verbesserten Körperteilen auf, trägt Linsen, auf die er permanent, durch Gedanken gesteuert, Informationen einblenden kann, sei es zur Umgebung oder ganz anderen Themen. "Aber auch da geht es darum, ein realistisches Szenario zu zeigen. Wir haben einfach das weitergedacht, was es bereits gibt und geplant wird." Bei der Entwicklung der Texte wird Astor von Michi Marchner unterstützt, der das Thema schon in seinem Programm "Nach uns die Zukunft" behandelt hat. "Wir entwickeln das Programm auch permanent weiter, weil es ja ständig etwas Neues gibt und wir aktuell bleiben wollen", sagt Astor. Ideen bekomme er nicht nur durch seine Recherchen, sondern auch von seiner Frau, die als Trendscout bei einem großen Münchner Automobilhersteller arbeitet. Zudem beschäftige er sich selbst schon lange mit Zukunftsthemen - aus privatem und beruflichen Interesse.

Denn Astor arbeitet seit zwölf Jahren auch als Coach und Redner für große Firmen. "Am Anfang habe ich dort vor allem über Softskills und Themen wie Teambuilding gesprochen. Aber dann kamen nach und nach immer mehr Zukunftsthemen dazu." Daraus sei dann auch das privates Interesse entstanden. "Denn ich finde die Themen einfach unglaublich spannend. Auch weil ich nicht unvorbereitet von der Zukunft überrascht werden will - oder wie ich es im Programm sage: Dem Tsunami ist es egal, ob man ihn gut oder schlecht findet. Er kommt einfach."

Begleitet wird Astor auf der Bühne von einem kleinen Roboter, der als Mittler zwischen Gegenwart und Zukunft agiert. Beispielsweise unterhalten sich die beiden über künstliche Intelligenz und darüber, ob sich die Maschinen eines Tages gegen die Menschen wenden werden.

Frank Astor, "Roo Sapiens", Samstag, 21. Januar, von 20 Uhr an im Veranstaltungsforum Fürstenfeld. Karten ab 24 Euro.