Fürstenfeldbruck Auszeichnung für Klimaprojekt

Landkreis gewinnt bei bundesweitem Wettbewerb

Wie wird in Deutschland Energie erzeugt und wie wirkt sich das auf das Klima aus? Weshalb wird Müll getrennt und wiederverwertet? Wie kann jeder mit meinem persönlichen Verhalten zum Klimaschutz beitragen? Menschen, die als Geflüchtete nach Deutschland und in den Landkreis kommen, müssen den hierzulande üblichen Umgang mit Energie, Wasser und Wertstoffen oft erst erlernen. Das Fürstenfeldbrucker Landratsamt hilft ihnen dabei mit Schulungen, die den Titel "Ankommen und Verstehen - Geflüchtete für Ressourcenschutz sensibilisieren" tragen. Mit diesem Projekt zählte der Landkreis nun beim bundesweiten Wettbewerb "Klimaaktive Kommune" zu einem von drei Gewinnern.

Das Bundesumweltministerium und das Deutsche Institut für Urbanistik ehren jährlich die besten kommunalen Projekte zum Thema Umwelt- und Klimaschutz. Diesmal wurden insgesamt 102 Beiträge in drei Kategorien eingereicht. Landrat Thomas Karmasin (CSU) nahm den Preis in der Kategorie "Kommunale Klimaaktivitäten zum Mitmachen" in Berlin entgegen und betonte, die 25 000 Euro Preisgeld für die Weiterführung des Projekts verwenden zu wollen: "Die Menschen im Landkreis haben sich schon im Jahr 2000 das Ziel der Energiewende gesetzt und tragen ihren Teil dazu bei. Deshalb liegt es nahe, auch Asylbewerber und Flüchtlinge für Klima- und Ressourcenschutz zu sensibilisieren."

Zu dem Projekt, das die Teilnehmer auch mit den Werten der deutschen Gesellschaft vertraut machen soll, gehört auch ein Besuch von Müllverbrennungsanlage und Wertstoffhof. Abschließend werden kleine Filme mit Alltagstipps zu den behandelten Themen gedreht und im Internet unter www.my-welcomeguide.de veröffentlicht. Einige der Aktiven werden nach der Schulung zu sogenannten "Multiplikatoren" weitergebildet. Danach dürfen sie die Bewohner von Asylunterkünften bei Abfallvermeidung, Recycling und Klimaschutz beraten. Das Projekt ist mittlerweile über die Grenzen des Landkreises hinausgewachsen. Auch bei den "Ressourcentagen" des Bundesinnenministeriums wurden Erfahrungen und Materialien aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck verwendet.