Kein Kaffee zum Frühstück Moosburger sind drei Stunden ohne Strom

Ein Defekt in einem Umspannwerk der Münchner Stadtwerke führt zu einem Totalausfall in Moosburg. Zu größeren Zwischenfällen kommt es aber nicht. Im Kindergarten werden Kerzen aufgestellt und die Schulen kehren zum altmodischen Kreideunterricht zurück.

Von Birgit Goormann-Prugger und Alexander Kappen

Moosburg - Ausnahmezustand in Moosburg. Ein Stromausfall legte am Donnerstag das Leben in der Stadt lahm. Von 7 Uhr bis gegen 10.15 Uhr ging nichts mehr. "Es war ein Komplettausfall", bestätigte ein Sprecher der Moosburger Polizei, die jedoch nicht zu Noteinsätzen ausrücken musste. "Wenn die Ampelanlagen ausfallen, treten automatisch die Verkehrszeichen in Kraft und das hat funktioniert", sagte er. Die Polizei selbst wurde von einem Notstromaggregat versorgt.

Auf den Frühstückskaffee haben die Moosburger am Donnerstag lange warten müssen. Wer gegen 7 Uhr seine Kaffeemaschine anschalten wollte, hatte Pech. Nichts ging mehr. Die Stadt Moosburg bezieht ihren Strom von den Münchner Stadtwerken. Das ist so, weil 1907 auf Initiative des Münchner Elektrotechnikers Friedrich Uppenborn von den Städtischen Elektrizitätswerken München das erste Wasserkraftwerk zur Versorgung Münchens an der Isar bei Moosburg gebaut wurde.

Am gestrigen Donnerstag nun funktionierten auch die Handyverbindungen nicht mehr, weil die Funkmasten nicht mit Strom versorgt werden konnten. Auch das Moosburger Rathaus war betroffen. Als die Rathausmitarbeiter am Morgen ins Büro kamen, konnten sie erst einmal Pause machen. Kein Telefon, kein Computer und auch keine Kaffeemaschine. "Das war eigentlich das Schlimmste", erzählt Rathausmitarbeiterin Evelyn Stadler. "Zuhause gab's schon keinen Kaffee und ich habe noch gehofft, der Stromausfall betrifft nur unser Viertel und ich bekomme einen im Büro." Aber auch dort war alles kalt und dunkel. "Wir waren ohne Telefon schon ziemlich abgehängt", erzählt Evelyn Stadler weiter. Zu großen Störungen sei es in Moosburg jedoch nicht gekommen. Nur die Brandmeldeanlage in der Hauptschule war nach dem Stromausfalle defekt, was jedoch kurze Zeit später wieder behoben werden konnte.

Auch im Moosburger Kindergarten "Villa Kunterbunt" hat man sich zu helfen gewusst. "Wir haben ganz viele Kerzen aufgestellt und die Kinder fanden das alles sehr heimelig", erzählt die Leiterin Tanja Braun. Natürlich habe man da sehr aufpassen und die Kinder immer wieder auf die Gefahr von brennenden Kerzen hinweisen müssen. Frieren habe aber niemand müssen, "es ist nur langsam abgekühlt und um kurz nach zehn hatten wir ja dann auch wieder Strom." Der eine oder andere habe sein Kind an diesem Tag auch zuhause behalten, "wohl, um das System zu schonen". Es seien aber nur ein paar Kinder weniger gekommen als sonst. "Viele Eltern sind berufstätig, die haben den Druck, dass sie zur Arbeit müssen und das Kind versorgt sein muss." Auch bei Stromausfall. Tanja Braun selbst war morgens mit dem Auto von Gammelsdorf nach Moosburg zur Arbeit gefahren "und in Moosburg hatte ich mich schon gewundert, warum in den Bäckereien und Metzgereien kein Licht brennt und Kerzen in der Auslage stehen", erzählt sie. Am Moosburger Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium hat der Stromausfall am Donnerstagmorgen für eine ungewohnte Art des Unterrichts gesorgt. "Dass er das Schulleben lahm gelegt hat, kann man nicht sagen, aber es war schon beeinträchtigt", berichtete Schulleiterin Karolina Hellgartner: "Wir sind sozusagen zum Kreide-Unterricht zurückgekehrt." Der Einsatz von neuen Medien sei in den ersten Unterrichtsstunden ebenso wenig möglich gewesen wie das Fertigen von Kopien. "Es war eine ganz neue Erfahrung, da muss man sich schon umstellen", sagte die Schulleiterin. Zu größeren Problemen habe der Stromausfall am Moosburger Gymnasium allerdings nicht geführt: "Es ist erstaunlich gut gelaufen."

Auch die Dunkelheit machte Schülern und Lehrern laut Hellgartner nicht sonderlich zu schaffen. Zwar seien in der ersten Unterrichtsstunde die Lichtverhältnisse "nicht immer ganz einfach" gewesen. "Aber oben im ersten und zweiten Stock haben wir ja viele Fenster, so dass es ab der zweiten Stunde eigentlich kein großes Problem mehr war."