Freisinger Kultkneipe Abseits für immer

Der Vorstand des "Abseits"-Vereins. Unser Bild zeigt (v. l.) Julia Schröter, 2. Vorsitzende, Stephanie Hemmer, Schriftführerin, Norbert Bürger, Vorsitzender, Moritz Messerschmitt, stellvertretender Vorsitzender, und Elfriede Messerschmitt, Kasse.

(Foto: efm)

Verein zum Erhalt der Freisinger Kultkneipe ist unter dem Vorsitz von Norbert Bürger gegründet worden. Jetzt kann gespendet werden und bald wird auch wieder gefeiert.

Von Petra Schnirch, Freising

Die Freunde des "Abseits" sind bei ihrer Rettungsaktion für die Neustifter Kultkneipe einen Schritt vorangekommen: Am Sonntagabend gründeten sie im Lindenkeller einen Verein. Damit können sie nun offiziell damit beginnen, Spenden zu sammeln. Gute fünf Monate bleiben ihnen noch Zeit, um die Kaufsumme aufzutreiben. Vorsitzender ist Norbert Bürger, auch bisher schon einer der Wortführer der Abseits-Unterstützer. Ihm stehen Julia Schröter, Leiterin des Abseits-Chores, und Moritz Messerschmitt, einer der beiden Wirte des seit Anfang Januar geschlossenen Lokals, zur Seite. Die wichtige Aufgabe der Kassierin übernimmt Elfriede Messerschmitt, Schriftführerin ist Steffi Hemmer.

Bei einem Treffen am 7. Januar hatte sich Graf Guy von Moy, Eigentümer des dringend sanierungsbedürftigen Gebäudes, auf ein Experiment eingelassen: Er gab den Abseits-Freunden ein halbes Jahr Zeit, um ihm ein Kaufangebot zu unterbreiten. Voraussetzung ist, dass keine Einzelperson, sondern ein Verein oder eine Genossenschaft dahinter steht. Im Raum steht eine Summe von ein bis eineinhalb Millionen Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Renovierung. Diese Wende kam sehr überraschend, nachdem der Gesprächsfaden zuvor nach einigen Verstimmungen abgerissen war. Moy ärgerte sich vor allem über ein Bild, das die Abseits-Fassade nach der endgültigen Schließung zierte und das mittlerweile entfernt worden ist: Er war dort als Dagobert Duck dargestellt, der in seinen Geldspeicher springt. Auch zahlreiche Freisinger Politiker machen sich für den Erhalt des Lokals mit Kleinkunstbühne stark. Die entscheidende Aussprache kam auf Vermittelung von Birgit Mooser-Niefanger (Grüne) zustande.

Mit mehreren Arbeitsgruppen will der neue Verein nun loslegen und die Details des Konzepts ausarbeiten, wie der Erwerb gelingen könnte. Ein Team wird sich um die PR und die Organisation von Veranstaltungen kümmern. Die ersten Termine stehen bereits fest: Am Freitag, 5. Februar, wird im Lindenkeller eine Vereinsgründungsparty stattfinden. Zu den 30 Gründungsmitgliedern sollen möglichst viele Unterstützer dazustoßen. Ebenfalls im Lindenkeller ist am Samstag, 2. April, ein Konzert geplant. Mit dabei ist die Band Simeon Soul Charger.

"Das ist ein Mammutprojekt", räumt Moritz Messerschmitt im Gespräch mit der SZ ein. Aber er gibt sich zuversichtlich. "Ohne Optimismus geht es nicht." Alle seien mit viel Herz dabei. "Wenn man es nicht probiert", werde man auch nicht herausfinden, ob es funktionieren kann, sagt er. Mitglied werden können nicht nur Privatpersonen, sondern auch Firmen - Messerschmitt hofft, dass einige Unternehmer für das Projekt gewonnen werden können. Über die weiteren Aktivitäten können sich Fans der Kultkneipe unter dem Motto "Abseits für immer!" auf einer eigenen Website unter www.abseits.org informieren.