Fraunhofer Schoppenstube Gerti hört endgültig auf

Monatelang hatte sie mit prominenter Hilfe nach einer neuen Bleibe für die Fraunhofer Schoppenstube gesucht, nun gibt Wirtin Gerti Guhl auf: Ende Juni wird Münchens wohl berühmteste Boazn endgültig Geschichte sein. Ein kleiner Trost bleibt allerdings.

Von Anna Fischhaber

Nun ist es also endgültig vorbei: Die Fraunhofer Schoppenstube schließt. Ende des Monats wird noch einmal in der Traditionskneipe bei Gerti Guhl gefeiert. Am 22. Juni wird die Wirtin dann nach 40 Jahren ein letztes Mal hinter der Theke von Münchens wohl berühmtester Boazn stehen - und die Schoppenstube Geschichte sein.

"Manchmal muss man gehen, wenn es am schönsten ist", heißt es auf der Facebookseite des Lokals. Wirtin Gerti habe sich in den vergangenen Monaten mehr als 30 Immobilien angesehen - aber nichts Passendes gefunden. "Nicht in der Fraunhoferstraße und auch nicht an einem anderen Ort." Kräftemäßig habe das sehr an ihr gezehrt.

60 Menschen haben den Abschiedspost am Sonntagvormittag bereits kommentiert. "Danke für die vielen schönen Abende", schreibt einer. "Vermiss dich", ein anderer. Wieder andere geben Tipps, wo es vielleicht doch noch Räumlichkeiten geben könnte. Viele Fans wollen offenbar nicht akzeptieren, dass jetzt endgültig Schluss sein soll. Monatelang hatten sie mitgefiebert, als bekannt wurde, dass der Schoppenstube der Mietvertrag gekündigt worden war, weil die Vermieter das Haus sanieren wollen.

Seither war Gerti Guhl mit der Unterstützung zahlreicher Prominenter auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Oberbürgermeister Christian Ude kam vorbei. Mehr als 1000 Fans hat die Facebookseite "Rettet die Fraunhofer Schoppenstube" inzwischen. Dann erschien ein Video, auf dem Regisseur Marcus H. Rosenmüller, OB Ude und die Schauspieler Udo Wachtveitl und Otti Fischer für die Rettung der Traditionskneipe sangen. Vergeblich.

Ein kleiner Trost bleibt allerdings: Ab und an soll es auch in Zukunft noch Fraunhofer Schoppenstubenabende geben, bei denen gemeinsam gesungen wird - Gerti sei deshalb schon in Gesprächen mit Wirten in der Umgebung, heißt es auf Facebook. Und wem das immer noch nicht reicht: Demnächst soll die gesamte Einrichtung der Schoppenstube für einen guten Zweck versteigert werden.