FrauenkircheKeine Selfies am Altar

In der Frauenkirche drängeln sich viele Touristen und manche Münchner. Dass sich alle an Regeln halten, dafür gibt es die Domaufsicht. Ein Blick hinter die Kulissen.

Der Zeremonienmeister

Dieses Buch zieht Bernhard Stürber selten aus dem Schrein in der Domsakristei. Es ist das wertvollste Evangelienbuch der Frauenkirche, ein byzantinischer Kodex, ein Geschenk der Ostkirche. Gelesen wird aus ihm nur zu höchsten Feiertagen, an Weihnachten etwa oder in der Osternacht. Sonst wird eines der anderen drei Bücher verwendet. Und darüber zu wachen, ist eine der Aufgaben von Bernhard Stürber. Der 59-Jährige ist seit fünf Jahren Domzeremoniar. Er sorgt im Hintergrund dafür, dass im Gottesdienst liturgisch alles seine Ordnung hat. Stürber legt die Dramaturgie fest und bespricht, wer wann wo steht und was er dort tut. In München gibt es dafür schwerlich einen Kompetenteren: Denn was Pfarrer über Liturgie wissen, haben sie häufig von ihm gelernt. Stürber unterrichtet seit 23 Jahren Liturgik im Priesterseminar des Erzbistums.

Bild: Stephan Rumpf 25. Dezember 2016, 10:222016-12-25 10:22:41 © sz.de/kbl