Attacke auf Schüler Brutaler Überfall: Prozess hat begonnen

Am Landgericht Landshut hat der Prozess gegen zwei junge Männer aus dem Landkreis Erding begonnen, denen ein brutaler Überfall auf einen Jugendlichen am Bahnhof Erding vorgeworfen wird. Laut Anklage haben die damals 16 und 24 Jahre alten Angeklagten am 15. April 2016 kurz vor Mitternacht einen 19-jährigen Schüler attackiert. Er saß auf einer Bank und wartete auf die S-Bahn nach Poing, als die Angeklagten ihn bedrängten und der jüngere ihn mit einem Messer verletzte, um von ihm sein Handy und Geld zu erpressen. Als er sich wehrte, kam es zu einem Gerangel, bei dem einer der Angreifer mit dem Opfer auf die Bahngleise stürzte, wobei sich letzterer einen Zeh brach. Laut Anklage zeigte sich der 19-Jährige aber von all dem "unbeeindruckt" und jagte die Angreifer mit dem Hinweis, er werde die Polizei rufen, schließlich in die Flucht.

Als dritter mutmaßlicher Täter war außerdem der damals 23 Jahre alte Erdinger dabei, der vom Landgericht Landshut Anfang Juni wegen Vergewaltigung und versuchten Totschlags zu zwölf Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden ist. Er hatte fünf Monate nach dem Überfall am Bahnhof Erding, Ende September 2016, eine Frau nachts in den Grünanlagen am Fehlbach brutal vergewaltigt und anschließend beinahe getötet. Sein Verfahren zum Überfall am Bahnhof Erding ist abgetrennt und wird gesondert verhandelt.

Der jüngere Angeklagte gab vor Gericht an, er können sich nicht an den Vorfall erinnern, weil er so betrunken gewesen sei. Laut den Ermittlungen, die unter anderem auf Aufzeichnungen von Überwachungskameras aufbauen, scheint der damals 16-jährige Jugendliche von seinen Mittätern angestachelt worden zu sein. In der Anklage heißt es, er habe dem Opfer mit einem Messer Schnittwunden "an der linken Wange, zwischen Kinn und Kehlkopf sowie links unter dem Kinn" zugefügt.

Der ältere Angeklagte bezeichnete den Vorfall an "dummes Missverständnis". Eigentlich habe der jugendliche Angeklagte das Opfer nur nach einer Zigarette fragen wollen. Von einer gemeinsamen und geplanten Tat können sowieso nicht die Rede sein, da sich die Angeklagten erst kurz zuvor an jenem Abend überhaupt kennengelernt haben. Der Prozess vor der Jugendkammer des Landgerichts Landshut dauert an.