Ende des Streiks Flüchtlinge kehren nach Böbrach zurück

Kehren nach Niederbayern zurück: Flüchtlinge aus Böbrach.

Vier Wochen lang hatten sie bei Wind und Wetter und zeitweise hungernd vor dem Sozialministerium gegen ihre Unterbringung in Niederbayern demonstriert: Nun kehren die Flüchtlinge in die als "Dschungelcamp" verunglimpfte Unterkunft nach Böbrach zurück.

Von Antonie Rietzschel

Vier Wochen lang haben sie vor dem bayerischen Sozialministerium ausgeharrt. Sie schliefen auf Holzpaletten, eingepackt in dicke Decken. Gegen Regen und Wind schützten sie lediglich die aufgespannten Transparente. Nun wollen die Flüchtlinge aus dem Senegal ihr Lager abbrechen. Wie es aus Flüchtlingskreisen heißt, kehren sie zurück ins niederbayerische Böbrach. Also genau in die Flüchtlingsunterkunft, gegen die sie in den vergangenen Wochen protestiert hatten. Zu den Bedingungen, unter denen die Flüchtlinge in ihre Rückkehr einwilligten, schweigen die Beteiligten.

Anfang November waren zunächst sechs Flüchtlinge nach München gekommen, um gegen ihre Unterbringung in dem von Flüchtlingsinitiativen als "Dschungelcamp" kritisierten Heim zu demonstrieren. Sie prangerten die dortigen Bedingungen als unzumutbar an und forderten die Schließung der Unterkunft. In einem offenen Brief an das Sozialministerium bemängelten sie, komplett isoliert zu sein. Sozialministerin Emilia Müller (CSU) verteidigte jedoch das Heim. Daraufhin traten die Flüchtlinge, deren Zahl zwischendurch auf neun angestiegen war, in einen Hungerstreik.

Allein im Wald

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Wenige Tage später kam doch ein erstes Gespräch zwischen Flüchtlingen sowie Vertretern des Sozialministeriums und der Bezirksregierung Niederbayern zustande. Regelmäßige Verhandlungen folgten. Über den Inhalt schwiegen beide Seiten. Ende vergangener Woche setzten die Flüchtlinge ihren Hungerstreik vorerst aus. Man wolle die derzeit laufenden Gespräche aus einer gestärkten Position heraus führen, lautete die Begründung.

Viele der von den Flüchtlingen aufgeführten Mängel in Böbrach sind mittlerweile behoben. Die Gemeinde hatte sogar zugesagt, einen Internetzugang zur Verfügung stellen, obwohl sie dazu nicht verpflichtet wäre.