Pliening Konkrete Perspektiven

Wenn man von Grub nach Landsham fährt, sieht man links die Hallen der Firma Ratioform, rechts im Hintergrund die Fläche Landsham-Süd.

(Foto: Christian Endt)

Im April könnte die Planung für das Wohngebiet Landsham-Süd begonnen werden

Von Alexandra Leuthner, Pliening

Fast wären die Planungen für das Baugebiet Landsham Süd noch einmal ins Stocken geraten - und das nicht aufgrund von Einsprüchen der Träger öffentlicher Belange oder jenes Ismaninger Gastwirts, der an anderer Stelle in Landsham bauen möchte und daher seit langem versucht, das Bauvorhaben der Gemeinde zu torpedieren. Dessen Einsprüche hat der Gemeinderat einmal mehr zurückgewiesen und gute Chancen darauf, dass das Landratsamt die Sache ganz ähnlich sieht.

Nein, bei den Beratungen im Gemeinderat hatte sich die Fraktion von SPD und Parteifreien so sehr an einem Satz aus der Begründung zur notwendigen achten Änderung des Flächennutzungsplans (FNP) gestört, dass sie den Planungen nicht zustimmen wollte. Wobei der Feststellungsbeschluss, der nun dem Landratsamt zur Genehmigung vorgelegt werden wird, auch ohne ihre fünf Stimmen eine Mehrheit gefunden hätte. In dem von SPD-Gemeinderat Roland Ernst monierten Satz, der unter der Überschrift "Planungsstrategie" die Grundsatzentscheidungen für Landsham konkretisiert, ist von einer Prägung des Ortsteils "in Richtung eines städtischen Maßstabs mit einer höheren Baudichte und deutlich mehr gewerblicher Ansiedlung" die Rede. Nun trägt Landsham mit seinem Gewerbegebiet die Hauptlast des Plieninger Gewerbes. Seiner Orientierung in Richtung München - als einziger Ortsteil haben die Landshamer die Vorwahl nullachtneun - hat die Gemeinde mit ihrer städtebaulichen Planung der vergangenen Jahre Rechnung getragen. Was jetzt in der Begründung formuliert ist, sei allerdings nie beschlossen worden, kritisierte Ernst. Assistiert wurde ihm von seiner Fraktionskolleginnen. "Wir haben keine Brennerei mehr, dafür immer mehr Hallen", sagte Eva Strauss. Und Bettina Marquis fügte hinzu: "Ich mag das auch nicht, dass der Ortsteil Landsham immer der allerscheußlichste ist." Was von Josef Bauer-Eberhart (CSU) auf der Gegenseite mit deutlich erhobener Stimme quittiert wurde. "Das wissen wir schon, dass Sie ein Problem mit Gewerbe in Landsham haben." Der fragliche Satz beziehe sich aber nur auf Landsham-Süd, nicht den gesamten Ortsteil. Das neue Wohngebiet wird entgegen ersten Überlegungen als Allgemeines Wohngebiet festgesetzt, ohne ein Mischgebiet abzutrennen, als Übergang zum angrenzenden Gewerbegebiet. Die Baudichte auf der Fläche ist aber relativ hoch, mit einer Grundflächenzahl (GRZ) von 0,35 für Einzel- und Doppelhäuser und einer Geschossflächenzahl (GFZ) von maximal 0,7. Die geplanten vier Mehrfamilienhäuser im Westen des Gebiets sollen eine GFZ von maximal 0,8 (GRZ 0,4) erhalten.

Parallel zur Prüfung des Plans durch das Landratsamt, wird die Gemeinde nun Erschließungsmaßnahmen in Auftrag geben, darunter eine archäologische Bodenuntersuchung, Maßnahmen für Straßenbau, -entwässerung und -beleuchtung sowie eine Kampfmittelortung. Sollte keine weitere Auslegung des FNP notwendig sein, könne der Gemeinderat etwa im April den Bebauungsplan behandeln, erklärte der Leiter des Bauamts Martin Schmidt-Roschow. Dann wird es also endlich konkret und um Grundstücksgrößen und konkrete Ausgestaltungen der Bauflächen gehen. Er habe nach wie vor die Hoffnung, dass die Grundstücke Ende des Jahres in Verkauf gehen könnten, sagte Schmidt-Roschow. Ebenso wie die Gemeinde, die mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Flächen rechnet, hoffen das auch eine Menge Interessenten, deren Anfragen in Schmidt-Roschows Büro liegen.

Daran dachte wohl auch CSU-Fraktionsvorsitzender Günther Schuler, als er im Gemeinderat mahnte: "Wir arbeiten jetzt schon so lange an Landsham-Süd (...). Wir sollten wirklich zu einem Ende kommen." Und nachdem die SPD-Fraktion die Mehrheit dann doch davon hatte überzeugen können, auf den umstrittenen Halbsatz über die Gewerbeansiedlungen zu verzichten, fiel die Abstimmung im Gremium einstimmig aus.