Glonn Raum zum Toben und Quatschen

Tristesse herrscht auf dem Pausenhof der Grund- und Mittelschule in Glonn. Eine Elterninitiative will das nun ändern.

(Foto: Endt)

Eine Elterninitiative will den Glonner Pausenhof umgestalten. Im Gemeinderat stößt das auf Zustimmung

Von Anja Blum, Glonn

Erst vor kurzem, beim Neujahrsempfang, hat Bürgermeister Josef Oswald (CSU) die Glonner für ihr herausragendes Engagement gelobt und als Beispiel die Pflasterung des Dorffestplatzes durch die Vereine angeführt - da betritt schon die nächste Gruppe Aktiver die Bühne: An der Glonner Grund- und Mittelschule hat sich eine Elterninitiative formiert, die den Pausenhof sanieren und verschönern möchte. Am Dienstag haben die Verantwortlichen ihr Konzept dem Gemeinderat vorgestellt - und stießen damit auf Zustimmung.

Dass auf dem Freigelände der Schule etwas passieren müsse, sei unstrittig, sagte der Bürgermeister, und in der Tat handelt es sich dabei eher um eine Brachfläche denn um einen Pausenhof. Es gibt keine Spielgeräte, nur wenige, heruntergekommene Sitzgelegenheiten und kaum Bepflanzung. Zudem wurde am Dienstag schnell deutlich, dass die Elterninitiative keine Mühen gescheut hat, ihr Anliegen auf ein solides Fundament zu stellen: von einer Umfrage unter Schülern, Lehrern und Eltern über ein gestalterisches Konzept bis hin zu mehreren Angeboten für die Umsetzung und die Akquise von Spenden.

Das alles überzeugte den Gemeinderat, der daher einstimmig beschloss, sofort 30 000 Euro für das Projekt bereit zu stellen. Wie genau und von welcher Firma es realisiert wird, ist in dem Beschluss allerdings noch nicht enthalten. Über die Details soll in enger Abstimmung von Schule, Gemeinde und Elternbeirat entschieden werden.

"Natürlich und modern" - so wünsche sich die Schulfamilie den Pausenhof, das habe die Umfrage ergeben, erklärte Martina Sykora, die Sprecherin der Initiative. Gewünscht seien mehr Geräte, mehr Farbe, mehr Grün und mehr Sitzgelegenheiten. "Das Problem ist, dass Grund- und Hauptschüler natürlich unterschiedliche Bedürfnisse haben: Die einen wollen toben, die anderen in Ruhe zusammensitzen. Doch wenn man das berücksichtigt, kann das viel Ärger und Stress vermeiden." Die Favoriten der Schüler seien ein Trampolin - dem allerdings die Schule genauso wenig zustimmen könne wie der Idee eines Teichs -, ein Klettergerüst, ein Sportparcours und eine Boulderwand. Im Gegenzug hätten Schüler, Eltern und Lehrer große Bereitschaft gezeigt, sich am Umbau sowie an der Pflege des Hofes zu beteiligen. "Alle sind begeistert von diesem Projekt", sagte Sykora.

Auch mehrere Angebote für die Planung hatte die Initiative eingeholt, angesichts der Preise - keines liegt unter 4000 Euro - allerdings beschlossen, selbst ein Konzept zu entwickeln. Möglich war dies, weil die fünfköpfige Truppe aus Martina Sykora, Katrin Wäsler, Monika Wilken, Meike Ehlers und Christina Zeller-Böck nicht nur viel Engagement, sondern auch Fachwissen mitbringt (Wäsler ist Architektin, Sykora Grafikerin). Kern ihrer Planung ist, "mit relativ geringem Aufwand ein Gesamtbild zu schaffen". Zum Beispiel mit wiederkehrenden Materialien wie Natursteinen oder Hartholz oder mit einem teils bunten Anstrich für die kleinen, runden Pflastersteine. Konkret soll der Pausenhof ein Klettergerüst aus Holz erhalten, eine Ruhezone unter Sonnensegeln, einen Balancierparcours, mehrere Sitzpodeste aus Stein, Pflanztröge und, möglicherweise, statt einem Teich einen Brunnen.

Einen Spezialisten für die Umsetzung hat die Initiative bereits gefunden: Robert Schmidt-Ruiu aus Olching. Der Schreiner und Sozialpädagoge gestaltet "Spiel- und Aufenthaltsräume" für Kinder und Jugendliche. Er würde den Pausenhof in einem sechstägigen Projekt gemeinsam mit den Schülern rundum erneuern - für 33 500 Euro inklusiver aller Materialien. Da die Elterninitiative bereits Spendenzusagen in Höhe von etwa 12 500 Euro hat, könnte es also sein, dass die Gemeinde ihre Summe nicht ganz abrufen muss.