Ebersberg/Dorfen Schurer legt sich fest

SPD-Bundestagsabgeordneter will Stopp der B 15 neu an der A 92

Von Florian Tempel, Ebersberg/Dorfen

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ewald Schurer hatte zu einer "ergebnisoffenen Diskussion" über die B15 neu geladen - und hielt sich mit einer eigenen Meinung zunächst zurück. Erst nachdem alle bekannten Varianten und Forderungen vorgetragen waren, legte sich Schurer doch noch fest. Er will fortan die Haltung der bereits seit 1974 existierenden Bürgerinitiative "Stop B15 neu" vertreten: Die B 15 neu dürfe nur noch bis zur Autobahn A 92 gebaut werden und müsse dort enden. Südlich der A 92 soll sie nicht weitergeführt werden, auch nicht als Süd-Ost-Umgehung von Landshut.

Die Vielfalt der Meinungen und Argumente beim SPD-Diskussionsabend war sehr breit gefächert. Doris Rauscher, SPD-Landtagsabgeordnete aus Ebersberg, mahnte an, man dürfe den geplanten Neu- oder Ausbau der Bundesstraße "nicht abschnittsweise betrachten". Man müsse vielmehr "die gesamte Strecke" im Blick haben, "auch wenn es einem primär immer um die eigene Region geht". Wobei sie aber nicht weiter erläuterte, wie umfassend der Gesamtblick sein müsse.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller aus Landshut lenkte den Blick hingegen vor allem auf die Stadt Landshut. Müller befand, hier werde sich alles Weitere entscheiden. Da im Bereich von Landshut jedoch noch nichts klar sei, sondern nunmehr zehn Varianten einer Umgehung geprüft würden, sei es zu früh, sich weitergehende Gedanken für den Bereich südlich von Landshut zu machen.

Die Fraktionsvorsitzende des SPD im Erdinger Kreistag, Ulla Dieckmann aus Wörth, hatte den nicht einfachen Part, die Haltung der Kreis-SPD zu erklären. Die Sozialdemokraten haben zwar erst im März im Kreistag zum wiederholten Mal mit der CSU und den Freien Wählern dafür gestimmt, dass eine B 15 neu durch den Landkreis Mühldorf gebaut werden müsse. Nun aber sei man in der Kreis-SPD mehrheitlich dafür, dass nichts gebaut werden solle. Ein "Stop an der A 92" sei "auch unsere Credo", so Dieckmann - wenngleich "uns bewusst ist, dass der Standpunkt schwer zu halten" sei und es "im Landkreis verschiedene Befindlichkeiten" gebe.

Wie wahr: Die Ortsvorsitzende der Dorfener SPD, Simone Jell, ist erklärtermaßen für eine B 15 neu durch den Landkreis Mühldorf. Sie liegt damit auf einer Linie mit der Kreis-CSU und mit den Dorfener B 15 neu-Gegnern um Sabine Berger und Claudius Siebert. Die nur insofern gegen eine neue B 15 sind, wenn ihr Neu- oder Ausbau den Landkreis Erding betreffen sollte.

Jells Fraktionskollege im Dorfener Stadtrat, Heiner Müller-Ermann, hält eine neue Bundesstraße hingegen für völlig überflüssig. Die Verkehrszahlen von kaum 6000 Fahrzeugen pro Tag zwischen einzelnen Orte rechtfertigten weder einen Neu- noch Ausbau. Der Taufkirchener SPD-Gemeinde- und Kreisrat Manfred Slawny präsentierte wiederum eine eigene Sichtweise: Eine Mühldorfer Trasse sei sowieso nur pro forma noch im Spiel, von der bayerischen Staatsregierung aber insgeheim "längst aufgegeben". Für eine Trasse auf Mühldorfer Flur zu sein, mache deshalb keinen Sinn.

Bei so viel Verschiedenheit der Argumenten war Schurers Festlegung letztlich eine Überraschung.