Ebersberg Ein Heim für Hund und Katze

Evelyn Bauer und Silvia Thanhofer vom Tierschutzverein Ebersberg kämpfen für baldige Fertigstellung der Auffangstation.

Von Julia Meine

Wo momentan noch der Klang von Sägen, Hämmern und anderen Baustellengeräuschen vorherrscht, soll es bald miauen, bellen und zwitschern: Die Bauarbeiten der im Februar begonnenen Tierauffangstation des Tierschutzvereins Ebersberg gehen zügig voran. Seitdem sie im Jahr 2009 mithilfe einer dafür bestimmten Erbschaft ein Grundstück im Gewerbegebiet Nord-Ost gekauft haben, kämpfen die Vorsitzende des Vereins, Evelyn Bauer, und ihre Stellvertreterin Silvia Thanhofer um den Bau der dringend benötigten Auffangstation. "Momentan sind wir gezwungen, die Tiere bei privaten Pflegestellen unterzubringen", sagt Evelyn Bauer.

In der Ferienzeit steigt die Anzahl der Tiere, die von Familien auf dem Weg in den Jahresurlaub ausgesetzt werden und ein neues Zuhause brauchen. In der Auffangstation haben auf einer Basketballfeld-großen Fläche von 400 Quadratmetern bis zu 60 Tiere Platz. Die meisten davon sind Hunde und Katzen, aber auch Kleintiere, wie Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel sind darunter. Sie alle warten nach einer ärztlichen Untersuchung in einem der Zwinger auf ihre Vermittlung.

Eigentlich soll der Außenbereich überdacht werden, damit sich die Tiere unabhängig vom Wetter draußen bewegen können. Damit die vier Überdachungen gebaut werden können, fehlen jedoch noch 12 000 Euro. "Man kann sich gar nicht vorstellen, was die ganzen Materialien kosten", sagt Silvia Thanhofer. "Für den Auslauf brauchen wir dringend noch Spenden, denn der ist für die Hunde das Wichtigste." Zusätzlich müssten Büroräume, Futterküchen, Waschplätze und Personalräume gebaut und eingerichtet werden. Dazu kämen Futtermittel und sonstige Utensilien für die ersten Bewohner. Bis zu 750 000 Euro wird der Bau voraussichtlich verschlingen. Mithilfe von Sponsoren und den Gemeinden konnte bereits fast die Hälfte davon gesammelt werden. Damit die Auffangstation jedoch wie geplant am 1. November eröffnet werden kann, mussten die Tierheimmitarbeiter kreativ werden. Potenzielle Sponsoren können sich beispielsweise für 550 Euro eine individuelle Fliese anfertigen lassen, die eine Künstlerin mit Namen und Wunschtier verziert. 38 Sponsoren haben sich bereits verewigt. Für den benötigten zwei Meter hohen Zaun, der 65 Euro pro Quadratmeter verschlingt, wird ebenfalls eine Lösung gesucht. "Wir haben uns überlegt, den Zaun Stück für Stück zu finanzieren, so dass zum Beispiel jeder, der einen Meter Zaun kauft, eine Plakette mit seinem Namen an dem Abschnitt bekommt", sagt Bauer.

Damit die Auffangstation des Tierschutzvereines Ebersberg fertig gestellt werden kann, dafür reicht das Budget bisher nicht aus.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Für ihre heutige Tätigkeit sei ein "Schreckenserlebnis" der Auslöser gewesen, sagt Silvia Thanhofer. "Ich hab' damals einen Bauern geheiratet; und als ich sah, wie dort mit den Tieren umgegangen wurde, war für mich klar, dass ich mich für Tierschutz engagieren will", erklärt sie. Mittlerweile habe sie einen regelrechten Blick für heimatlose Katzen auf der Straße entwickelt. Vielleicht ist dies der Grund, warum sie sich nicht vorstellen kann, noch mal was anderes zu machen.

Dennoch fehlt es dem Tierschutzverein an Geld und an Personal. Obwohl gerade im Sommer extrem viel zu tun ist, müssen Bauer und Thanhofer die Arbeit derzeit nahezu alleine stemmen. Zur Entlastung soll im November eine Tierpflegerin eingestellt werden, die eine Wohnung über der Station beziehen und zu jeder Tages- und Nachtzeit für kranke Tiere zur Verfügung stehen wird. Sie wird die einzige Vollzeitkraft sein - für weiteres Personal reiche das Geld nicht. Der Tierschutzverein ist deshalb auch auf das Engagement Ehrenamtlicher angewiesen. "Wir freuen uns über jedes paar Hände", sagt Thanhofer - etwa über Freiwillige ab 16, die mit den Hunden Gassi gehen. In der Realität sei das jedoch oftmals schwierig. "Leider bleiben viele Helfer nicht lange, wenn sie merken, dass sich die Arbeit hier nicht nur ums Streicheln, sondern auch ums Putzen dreht", sagt Thanhofer.

Sie selber beherbergt bei sich acht Katzen, neun Hunde und vier Kaninchen. Jetzt hofft der Tierschutzverein, dass mithilfe weiterer Sponsoren auch noch das restliche Geld für die Auffang-Station aufgetrieben wird. Damit das Projekt noch vor dem ersten Schnee realisiert werden kann - bevor der Winter einbricht.

Informationen zum Spendenkonto, bei dem man im Verwendungszweck entscheiden kann, wofür der Betrag eingesetzt wird, sind unter www.tierschutz-ebersberg.de zu finden.