Pipinsrieder Musikanten Regionalligist der Blasmusik

Auswärtsspiele sind die Pipinsrieder Musikanten gewohnt. Hier spielen sie beim Umzug des Karlsfelder Siedlerfest 2016.

(Foto: Toni Heigl)

Das kleine Pipinsried glänzt nicht nur mit seinem Fußballclub

Von Magdalena Hinterbrandner, Altomünster

Nicht nur im Fußball kann Pipinsried glänzen. Auch in der Musik ist die Gemeinde ganz vorne mit dabei. Seit 1978 gibt es die Blaskapelle "Pipinsrieder Musikanten" und hält sich seit ihren Anfängen auf hohem Niveau. "Wenn die Jugendlichen in unserer Jugendkapelle das bronzene Musikabzeichen gemacht haben, dürfen sie in der großen Kapelle mitspielen", sagt Markus Knoll, Vorstand der Pipinsrieder Musikanten. Generationen, die schon älter sind, brauchen das natürlich nicht. "Früher war das mit den Abzeichen in der Musik noch nicht so" sagt Knoll. Wer mitspielen möchte, kann natürlich gerne mitmachen, "da wird keiner ausgeschlossen. Meistens merken die Musiker ja selber, ob die Stücke für sie spielbar sind."

Seit der Gründung 1978 haben sich Mitgliederzahl und Auftritte immer mehr gesteigert. Heute sind es insgesamt 42 Musiker, die sich jeden Dienstag zur gemeinsamen Probe in der alten, leer stehenden Schule in Pipinsried zusammenfinden. Zumindest sollten sie das. "Naja, es sind nicht immer alle zu den Proben da", sagt Markus Knoll und lacht. Meistens sind etwa 30 Leute in der Probe. "Das macht es natürlich ein wenig schwierig, wenn man etwas probt, und in der nächsten Probe sind dann andere Musiker da, die das Stück noch nicht gespielt haben", sagt Knoll. Aber solch ein Problem habe jede Kapelle, das sei normal.

Noch etwas gibt es wohl in jeder Blaskapelle: Der ewige "Kampf" zwischen den Blechbläsern und den Holzbläsern. "Klar, den gibts auch bei uns" sagt Knoll und lacht. Er selbst ist ein Blechbläser und vermutet, dass die Holzbläser einfach nicht begreifen, warum man so ein Problem mit den hohen Tönen haben kann. Und die Blechbläser wiederum nicht nachvollziehen können, warum man so viele Klappen für die Tonerzeugung braucht. Trotzdem kommen die Musiker gut miteinander aus, Musik verbindet. Das kann man auch an den Pipinsrieder Musikanten sehen. Hier kommen mehrere Generationen zum gemeinsamen Musizieren zusammen. "Unser ältestes Mitglied ist jetzt 67, unser jüngster Zuwachs in der Hauptkapelle gerade mal 13", erzählt Knoll. Man teilt die Liebe zur bayerisch-böhmischen Blasmusik. "Lang war der 'Böhmische Traum' unser Favorit unter den Stücken. Aber es gibt noch so viele andere schöne Stücke." Generationenübergreifend sei man hier in der Kapelle aber von der traditionellen Blasmusik angetan und spiele nur selten einmal Schlager oder Musical. "Das macht man eher mal im Jugendorchester."

Einmal im Jahr organisieren die Pipinsrieder Musikanten ihr Stark- und Weißbierfest. "Das ist wie der Nockherberg, eine Art politisches Singspiel mit Musik und Theater", erklärt Knoll. Dabei kommen alle Mitwirkenden bei diesem "Nockherberg" aus den eigenen Reihen. "Ein paar von unseren Musikern singen und spielen Theater, die anderen spielen in der Kapelle", sagt Knoll sichtlich stolz. Aber auch auf verschiedenen Festen, wie dem Indersdorfer Volksfesten, dem Karsfelder Siedlerfest oder der alten Wiesn in München kann man die Pipinsrieder Musikanten antreffen. Mit dem bekannten Fußballverein kommen die Musikanten eher weniger in Berührung. "Wir haben nur mal zum ersten Punktspiel in der Regionalliga für sie gespielt", sagt Knoll. "Und mein Sohn spielt dort Fußball." Wo auch sonst?