Landkreis Dachau Strafen für illegalen Welpenhandel

Die Ermittlungen waren erfolgreich. Das Veterinäramt verbietet dem Tierschutzverein SOS-Vierpfoten die Haltung und den Handel von Hunden.

Von Matthias Pöls

Das Veterinäramt Dachau hat dem Tierschutzverein SOS-Vierpfoten das Halten von Tieren untersagt und den Handel mit Hunden verboten. Gegen den Verein wurden außerdem Bußgelder wegen des Verstoßes gegen das Tierseuchen- und das Tierschutzgesetz verhängt. Anfang März hatte das Veterinäramt 18 Hunde bei SOS-Vierpfoten im Odelzhausener Ortsteil Hadersried beschlagnahmt. Es bestand der Verdacht, dass die Tiere illegal aus Ungarn eingeführt und nicht ausreichend geimpft worden waren. "Das hat sich nun voll bestätigt", sagte die Leiterin des Dachauer Veterinäramtes Anita Sprick-Sanjosé Messing der Süddeutschen Zeitung.

Die Ermittlungen seien nun abgeschlossen, teilt sie mit. Wegen des laufenden Verfahrens hatte sie bislang keine Informationen zu diesem Fall herausgegeben. Auf der Homepage von SOS-Vierpfoten prangt noch das Bild eines Hundes. Doch unter den Rubriken gibt es keine Angaben mehr - weder ein Impressum noch ein Kontakt oder eine Vermittlung. "Der Verein hat sich wohl aufgelöst", sagt Sprick-Sanjosé Messing. Auf den Hinweis von ehemaligen Mitarbeitern des Tierschutzvereins SOS-Vierpfoten hatte das Veterinäramt die 18 Hunde beschlagnahmt, darunter acht Welpen.

An dem Einsatz waren die Tierheime Dachau und München beteiligt, welche die Hunde in ihre Obhut nahmen. Karl Heinz Joachim, der Leiter des Münchner Tierheimes, sagte damals: "Diese Welpen sind dafür gedacht, dass ein Geschäft gemacht wird." Sie waren nicht einmal adäquat medizinisch versorgt: Laut EU-Ausweis sind sie zwar gegen Tollwut geimpft - allerdings geschah dies vor der zwölften Lebenswoche. Der Impfschutz ist somit wirkungslos, die Einfuhr nicht erlaubt. Der Verdacht wegen Verstoßes gegen das Tierseuchengesetz hat sich damit bestätigt. Manfred Wagner, Leiter des Dachauer Tierheims erklärte bei der Beschlagnahmung: "Deutschland ist eigentlich tollwutfrei." Doch durch solche dubiosen Geschäfte könnte die Seuche wieder eingeschleppt werden.

Zudem hat sich herausgestellt, dass die Welpen zu früh von der Mutter getrennt wurden - ebenfalls ein tierschutzrechtlicher Verstoß. Denn erst acht Wochen nach der Geburt, dürfen die Jungtiere von der Mutter getrennt werden. Darüber hinaus hätten die Welpen erst im Alter von 15 Wochen eingeführt werden dürfen. Der Verdacht der illegalen Einfuhr lag nahe. Experten beklagen schon lange den illegalen Handel mit Tieren aus Tschechien, Polen und der Slowakei. "Es gibt leider Gottes auch genügend Tierschutzvereine, die Handel mit den Tieren betreiben", so Karl Heinz Joachim. In dessen Münchner Tierheim waren die acht Welpen untergekommen. "Die Tiere verbrachten vier Wochen in der Tollwutquarantäne und wurden geimpft", berichtet Joachim. Zudem konnten alle Welpen einen Monat nach der Beschlagnahmung an private Halter vermittelt werden. "Es ist gut, dass dieser Verein dichtgemacht wurde."

Die SOS-Vierpfoten-Vorsitzende hatte damals noch sämtliche Vorwürfe bestritten, namentlich wollte sie nicht erwähnt werden. "Die illegale Einfuhr ist ohne unser Wissen geschehen." Bei den Ermittlungen habe sich der Verein sehr kooperativ verhalten, sagt die Veterinäramtsleiterin. "Die Hunde sind zum Teil den Tierheimen übereignet worden, die anderen hat SOS-Vierpfoten vermittelt." Das sei mit einem Beleg nachgewiesen worden. Die Ermittlungen und Recherchen hätten lange gedauert, aber jetzt "ist alles abgehakt". Der Tierschutzverein SOS-Vierpfoten und dessen Verantwortlichen hätten keinen Widerspruch eingelegt, sondern die Strafe akzeptiert und das Bußgeld bezahlt.