Dachau Wunsch nach Versöhnung

50 Jahre Freiwilligendienst der Aktion Sühnezeichen

Sie recherchieren Lebensgeschichten von KZ-Häftlingen, organisieren Ausstellungen und betreuen Jugendliche beim Besuch der KZ-Gedenkstätte: die Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in Dachau. Jeden Herbst kommen zwei Jugendliche an die Evangelische Versöhnungskirche und engagieren sich ein Jahr lang in der Erinnerungsarbeit. Etwa 80 Jugendliche sind so seit 1965 nach Dachau gekommen. In diesem Jahr wird das 50-jährige Bestehen der Aktion in Dachau gefeiert.

Am Sonntag, 20. September, findet deshalb von 11 Uhr an ein Gottesdienst in der Evangelischen Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte, Alte Römerstraße 87, statt. Mit dabei sind auch zwei der ersten 15 Freiwilligen, die 1965 nach Dachau kamen und beim Bau der Versöhnungskirche halfen. Sie berichten von ihren Erlebnissen, die nicht immer positiv waren. "Niemand von uns hätte damals gedacht, dass sich eine solche langjährige und intensive Zusammenarbeit mit ASF an diesem Ort entwickeln würde", schrieb eine ehemalige Freiwillige auf die Einladung zum Gottesdienst. Dennoch hat sich der Freiwilligendienst in Dachau etabliert: 1979 nahm das Kuratorium der Versöhnungskirche wieder Kontakt mit ASF auf und schuf dauerhaft neue Stellen für Freiwillige. So beginnen auch diesen Herbst wieder zwei Jugendliche ihren Dienst: Agathe Halmen aus Rumänien und Maurycy Przyrowski aus Polen. Die beiden stellen sich beim Gottesdienst am Sonntag vor.

Der Gründungsaufruf für ASF wurde 1958 bei der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland verlesen. Er basierte auf dem Wunsch nach Versöhnung mit den Gruppen, die von den Nazis verfolgt worden waren. Auch heute arbeitet ASF vor allem mit Menschen und Organisationen aus den Ländern zusammen, die besonders unter dem Terror des Nationalsozialismus gelitten haben. Die Organisation bietet 180 Plätze in 13 Ländern an.