Dachau Vergessene Opfer

Gedenkstätte zeigt Zeichnungen des KZ-Überlebenden Georg Tauber

Georg Taubers Aquarelle zeigen die Grausamkeiten des Lageralltags im KZ Dachau. Seine mehr als 60 Zeichnungen wurden vor fünf Jahren im Nachlass des Dachau-Überlebenden Anton Hofer entdeckt und werden nun das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Die KZ-Gedenkstätte Dachau eröffnet am Jahrestag der Befreiung eine Sonderausstellung zur Kunst des Dachau-Überlebenden Georg Tauber (1901 - 1950). Beginn der Vernissage am Freitag, 29. April, ist um 11 Uhr im Sonderausstellungsraum.

Der bayerische Reklamezeichner Georg Tauber dokumentierte unmittelbar nach seiner Befreiung nicht nur den gewaltsamen "Alltag" im KZ Dachau, sondern auch die Ankunft der US-amerikanischen Truppen sowie das Leben im Lager nach der Befreiung. Ergänzt werden die Werke mit Aquarellen von Stadtansichten und Landschaften, die Georg Tauber 1941 im Konzentrationslager angefertigt hatte und die von einem Zivilarbeiter aus dem KZ geschmuggelt wurden.

Thematisiert wird in der Ausstellung außerdem das Schicksal der sogenannten asozialen Häftlinge. Georg Tauber war wegen seiner Morphinabhängigkeit und damit verbundener Beschaffungskriminalität als "Asozialer" von 1940 bis 1945 in Dachau inhaftiert. Personen, die vom NS-Regime als "asozial", "kriminell" oder homosexuell eingestuft und verfolgt wurden, erhielten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs keine staatliche Entschädigung. Aufgrund der anhaltenden Diskriminierung gibt es bis heute kaum persönliche Zeugnisse dieser Opfergruppen. Georg Tauber bildet hier eine seltene Ausnahme: Im Jahr 1946 war er Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft "Die Vergessenen", die sich für die politische Anerkennung "vergessener" KZ-Opfer einsetzte, aber nach wenigen Monaten verboten wurde.