Dachau und Oświęcim Gemeinsame Verantwortung

Landkreis will Partnerschaft mit Oświęcim schließen

Der Landkreis Dachau will die Kontakte mit dem Landkreis Oświęcim (Auschwitz) in Polen vertiefen. Die bisher unverbindlichen und freundschaftlichen Beziehungen sollen in eine Partnerschaft münden. Landrat Stefan Löwl (CSU) lud am Freitag seinen polnischen Kollegen Zbigniew Starzec mit einer Delegation zur Sitzung des Kreisausschusses ein, in der beide Seiten den Willen zu einer engen Kooperation bekräftigten. "Beide Landkreise haben ähnliche Strukturen und Gemeinsamkeiten", sagte Starzec, dessen Reden von einer Dolmetscherin übersetzt wurden. Zur Volksfestzeit will der polnische Landrat erneut Dachau besuchen. Voraussichtlich wird der Partnerschaftsvertrag dann unterzeichnet.

Erste Kontakte nach Oświęcim hatte eine Delegation aus Dachau im Januar bei einem Besuch der KZ-Gedenkstätte Auschwitz zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers geknüpft. An dem Besuch nahmen auch Mitglieder des Dachauer Kreistags teil, die von der freundlichen Aufnahme in Oświęcim tief beeindruckt waren. "Wegen unserer Vergangenheit bin ich mit Angst dort hingefahren, aber mit viel Zuversicht zurückgekommen", sagte Kreisrätin Marese Hoffmann (Grüne). Beide Seiten unterstrichen die gemeinsame historische Verantwortung und die Pflicht zur Erinnerungsarbeit. Die Kooperation soll nicht nur von der Politik, sondern auch von den Menschen getragen werden. "Man muss die europäische Idee auf örtlicher Ebene umsetzen", sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Offenbeck.