Dachau Studientag über Lehren der NS-Vergangenheit

"Damit wir nicht wieder in die Irre gehen" - so lautet der Titel eines Studientags zu den umstrittenen Lehren aus der NS-Vergangenheit. Nach einem Stationenweg auf Martin Niemöllers Spuren geht es um dessen selbstkritische Reflexionen zur Schuldfrage. Die katholische Kirche hat bisher 56 Dachau-Häftlinge zu Seligen erklärt. Viele Protestanten verehren Dietrich Bonhoeffer wie einen Heiligen. Der evangelische Theologe wurde von den Nationalsozialisten im KZ Flossenbürg ermordet. Die Teilnehmer des Studientags beleuchten aus katholischer und evangelischer Perspektive die Chancen und Risiken des Gedenkens an die Glaubenszeugen im KZ.

2015 gab es in Dachau eine Kontroverse, als "Christen an der Seite Israels" zu einem "Marsch des Lebens" auf den Wegen der Todesmärsche der KZ-Häftlinge aufriefen. Dabei sollte es auch um die Versöhnung zwischen Tätern und Opfern sowie um die Solidarität mit Israel gehen. Handelt es sich dabei um eine angemessene Lehre aus der NS-Vergangenheit oder um eine Instrumentalisierung der KZ-Opfer? Verlangt die Shoah uneingeschränkte Solidarität mit dem Staat Israel? Der Shoah-Überlebende Ernst Grube nimmt dazu Stellung. Zudem stellen die Deutsche Friedensgesellschaft, der Dachauer Arbeitskreis Asyl und der Runde Tisch gegen Rassismus Dachau e.V. ihre Arbeit vor. Die Veranstaltung findet am Samstag, 13. Mai, von 9 bis 16 Uhr in der Versöhnungskirche statt.