Dachau Die Nachfolge Max Mannheimers

Ernst Grube leitet bis zur Neuwahl im Mai 2017 die Lagergemeinschaft

Schock und Trauer nach dem Tod von Max μMannheimer dauern an: Die Lagergemeinschaft Dachau wird nicht sofort den Nachfolger ihres Präsidenten wählen, der am 23. September im Alter von 96 Jahren gestorben ist. Der Theresienstadt-Überlebende Ernst Grube, 83, stellvertretender Vorsitzender der Vereinigung ehemaliger Dachau-Häftlinge, wird die Lagergemeinschaft bis Anfang Mai leiten. Für den 4. Mai waren schon zu Lebzeiten Mannheimers Neuwahlen angesetzt. Bei diesem Termin, sagte Ernst Grube der SZ, wolle man bleiben. Er betonte die hervorragende Arbeit, die unter der Regie von Max Mannheimer geleistet wurde. Auf diesem Weg wolle die Lagergemeinschaft weitermachen. Die Lagergemeinschaft ist trotz des Ablebens der Zeitzeugen nicht von Auflösung bedroht. Im Gegenteil, sie wächst: Etwa 30 neue Mitglieder sind eingetreten.

Die Lagergemeinschaft Dachau wurde 1946 von ehemaligen Häftlingen gegründet und arbeitet eng mit Internationalen Dachau-Komitee (CID) zusammen. Mit dem CID hat sie sich dafür eingesetzt, dass 1965 eine würdige Gedenkstätte entstanden ist. In der Vereinigung wirken noch drei KZ-Überlebende. Der Münchner Ernst Grube wurde mit seiner jüdischen Mutter und zwei Geschwistern 1945 nach Theresienstadt deportiert und dort von der Roten Armee befreit. Er ist Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und besucht als Zeitzeuge Schulen. Ein Ziel, auf das man sich jetzt konzentriert, ist die Errichtung einer Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Allach in der Münchner Siedlung Ludwigsfeld. Das war auch ein Wunsch des langjährigen Vorsitzenden Max Mannheimer, der selbst monatelang in dem Lager gefangen war.

Max Mannheimer war auch Vizepräsident des Internationalen Dachau-Komitees (CID). Sein Nachfolger im CID soll noch im November oder Dezember dieses Jahres gewählt werden.