Dachau: Ausbau der A-Linie Alles hat seinen Preis

Endlich rückt der Ausbau der A-Linie zur S-Bahn nahe. Die Stadt Dachau erhofft sich etliche Vorteile davon. Aber sie muss noch ein Problem lösen, damit es künftig keine langen Staus gibt.

Von Melanie Staudinger

Wenn die Linie A von Dachau nach Altomünster zur S-Bahn ausgebaut wird, könnte das den Autoverkehr in der Stadt Dachau erheblich beeinflussen. Die Schranke an der viel befahrenen Freisinger Straße wird nach derzeitigem Stand der Planungen nun doch fast elf Minuten pro Stunde geschlossen sein und nicht wie ursprünglich vorgesehen sechs Minuten.

Die Stadt befürchtet Staus an dem Bahnübergang an der Freisinger Straße, wenn die A-Linie zur S-Bahn wird.

(Foto: www.joergensen.com)

"In den Spitzenverkehrszeiten wird sich die Situation verschärfen", sagte Stadtbauamtsleiter Michael Simon auf Nachfrage. Schon jetzt gibt es im Berufsverkehr immer wieder Staus.

Die Stadt hat deshalb ein Gutachten von der Deutschen Bahn AG gefordert. Das Unternehmen soll darlegen, dass der Verkehr an der Kreuzung Freisinger- und Erich-Ollenhauer-Straße auch nach der Elektrifizierung im Jahr 2014 abgewickelt werden kann.

Die längeren Schließzeit hat zwei Gründe: Zum einen wird die neue S-Bahn im halbstündlichen Takt und nicht wie der Bummerl-Zug jetzt einmal in der Stunde fahren. Zudem muss die Schranke aus Sicherheitsgründen länger geschlossen bleiben.

Eigentlich hatte die Stadt Dachau geplant, am Bahnübergang eine Unterführung zu errichten. Das Projekt wurde nach Angaben von Simon verschoben, bis geklärt ist, was auf der angrenzenden Industriebrache der einstigen MD-Papierfabrik passiert. "In den vergangenen Wochen haben wir vom Eigentümer wenig gehört", sagte Simon. Der finnische Myllykoski-Konzern verhandelt mit einem möglichen Investor, der das 17 Hektar große Areal kaufen will.

Abgesehen von der Verkehrssituation wird sich im Stadtgebiet Dachaus aber durch die Elektrifizierung nur wenig ändern. Laut Simon wird der Bahnsteig verlängert und die Kante erhöht. "Wir werden aber bewusst keine Pkw-Stellplätze schaffen", erklärte Simon. Die Pendler, die am Stadtbahnhof einsteigen, sollen zu Fuß oder mit dem Rad kommen. Diejenigen, die mit dem Auto zur S-Bahn fahren wollen, sollen den Parkplatz am Dachauer Bahnhof nutzen. "Wir wollen uns nicht noch mehr Verkehr in das Quartier ziehen", sagte Simon.

Er erhofft sich vom Ausbau der A-Linie zur S-Bahn eine deutliche Aufwertung der umliegenden Wohngebiete. Und dort wird sich in den kommenden Jahren einiges tun: Das angrenzende Baywa-Gelände soll bebaut werden. Ein Altenheim steht bereits, über das restliche Areal soll der Stadtrats-Bauausschuss in seiner Juli-Sitzung beschließen.

Auf dem MD-Gelände soll ebenfalls ein neuer Stadtteil entstehen, der Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Kultur vereint. Die Elektrifizierung der A-Linie könnte nach Angaben von Simon auch einen weiteren positiven Effekt haben: Das S-Bahn-Angebot für Pendler aus dem nördlichen Landkreis wird verbessert. "Vielleicht fahren dann weniger nach Dachau rein, sondern steigen schon früher in die Bahn."

Dennoch ist die Stadt nicht mit allen Plänen der Deutschen Bahn AG einverstanden. Im Planfeststellungsverfahren wird sie Einwendungen machen - es geht um Kostenfragen, den Standort von Werbetafeln oder eine von der Stadt geforderte Fahrradhalle.

Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU) erläuterte in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung: "Wir halten diese Einwendungen aufrecht, um unsere rechtliche Position zu wahren." Heißt im Klartext, dass die Stadt dann klagen kann, wenn die Bahn ihre Vorschläge weiter ablehnt. Dem stimmte der Bauausschuss ohne Gegenvotum zu.