Antrag vom Bündnis für Dachau Weniger Parkplätze

Das Bündnis für Dachau will Fuß- und Radwegen mehr Raum geben

Die Stadtratsfraktion Bündnis für Dachau möchte Parkflächen in der Großen Kreisstadt reduzieren. Zugunsten aller Verkehrsteilnehmer und Stadtbewohner, die über bessere, breitere Fuß- und Radwege sowie mehr Grünflächen verfügen könnten. Laut Stadtratsantrag sollen jährlich zwei Prozent aller vorhandenen Stellflächen für Pkw und Lkw im gesamten Stadtgebiet abgebaut werden - und zwar so lange, bis man sich darauf einigt, damit aufzuhören. Eine zeitliche Vorgabe macht das Bündnis nicht. Vorbild für den Antrag ist laut Michael Eisenmann ein Bürgerantrag im Münchner Stadtbezirk Neuhausen, der auf der Bürgerversammlung im Dezember eine knappe Mehrheit erhielt.

So könnten in Dachau beispielsweise der Klagenfurter Platz und der Widerstandsplatz aufgewertet werden, schreibt Michael Eisenmann im Antrag. Zugleich sollen Parkplätze in Wohngebieten so strukturiert werden, dass Lkws keine Lücke mehr finden, Parkplätze in Spielstraßen sollen deutlicher abgegrenzt werden. Im Dachauer Leitbild "Mobilität und Verkehr", auf das sich Vertreter aller Fraktionen im April 2012 geeinigt haben, heißt es unter Punkt 3: "Wir berücksichtigen den Fußverkehr als Basis urbaner Mobilität." Punkt 6 lautet: "Wir stärken die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums." Das Bündnis sieht in seinem Vorschlag auch einen Beitrag zu einer gerechteren Flächenverteilung. "Jedem ist klar, dass der Autoverkehr verringert werden muss", sagt Eisenmann. Es den Autofahrern unbequem zu machen, ist ein üblicher Ansatz, den nicht nur ausgewiesene Umweltschutzparteien verfolgen. Laut Bündnis-Antrag würden in Dachau jährlich bis zu 400 Stellplätze verschwinden. Immer wieder wird vor allem auf die Belastungen durch den rein innerstädtischen Verkehr hingewiesen. Gerade dieser könnte ersetzt werden durch mehr Radverkehr und Busse. Eisenmann wirbt außerdem fürs Carsharing. Mit einem Antrag nach Münchner Vorbild zur finanziellen Förderung von Lastenrädern und E-Bikes für Firmen und Freiberufler hatte das Bündnis im Herbst Erfolg.