An der KZ-Gedenkstätte Erinnerung an die Weiße Rose

Versöhnungskirche gedenkt an Widerstandsgruppe und führt neue Pfarrerin ein

Pfarrerin Claudia Mühlbacher stellt sich am Sonntag, 25. Februar, während eines Gottesdienstes in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte in Dachau vor. Die 29-Jährige wird vom 1. März an zwei Jahre lang dort als Pfarrerin tätig sein. Im Gottesdienst wird sie an die Weiße Rose erinnern. Sophie und Hans Scholl sowie Christoph Probst wurden vor 75 Jahren, am 22. Februar 1943, in München Stadelheim von den Nazis ermordet. In ihren Flugblättern hatte die studentische Widerstandsgruppe gegen das menschenverachtende NS-Regime protestiert.

Neben der Weißen Rose steht auch das Gedenken an Miriam Rosenthal im Fokus des Gottesdienstes. Sie wurde 1944 aus ihrer ungarischen Heimat ins Vernichtungslager Auschwitz verschleppt. Rosenthal war damals schwanger. Wie durch ein Wunder schaffte sie es am 28. Februar 1945, im Außenlager Kaufering I ihren Sohn Leslie zur Welt zu bringen. Zwei Monate später, am 29. April, wurden beide befreit und mit ihnen noch sechs weitere jüdische Frauen mit ihren Babys. Am 11. Februar dieses Jahres starb Miriam Rosenthal im Alter von 95 Jahren in Toronto als letzte dieser Mütter. 2010 schickte sie noch eine Videobotschaft nach Dachau, in der sie vor Antisemitismus warnte.

Gisela Joelsen aus dem internationalen Kuratorium der Versöhnungskirche wird Mühlbacher gemeinsam mit Kirchenrat Björn Mensing und Diakon Klaus Schultz in ihren neuen Dienst einführen. Auch der katholische Seelsorger Ludwig Schmidinger wirkt mit.