Cooking Kahn Dschingis am Grill

Im Cooking Kahn in Starnberg wird auf heißer Platte chinesisch-mongolisch gebrutzelt. Eine Ente kommt da schon mal "betrunken" daher.

Von Gertrude Fein

"Dem Orkan gleich bist du/Über Erden gefegt/Dschingis Kahn/Bist der Mächtigste hier unten... So war richtig, was du/ Bereits getan und gedacht/und so wird richtig sein/Was du zu tun gedenkst.../O ozeangroßer Dschingis Kahn!" Mit diesen Versen preist ein Schamane in Galsan Tschinags Roman "Die neun Träume des Dschingis Kahn" den Schrecken aus den mongolischen Steppen. Wer sich ihm nicht mit untertänigstem Respekt näherte, war im Handumdrehen seinen Kopf los.

Im Cooking Kahn kommen die Speisen vom mongolischen Grill.

(Foto: Foto: Hess)

Und heute? Der Ozeangroße ist zum Herrscher über Töpfe und Pfannen mutiert, dem nur dann Respekt gezollt wird, wenn er seine Gäste wirklich zufrieden stellt. Cooking Kahn heißt sein Imperium, "Chinesisch-Mongolisches Restaurant". Und sein Reich breitet sich aus: Von Starnberg aus ist seine kochende Horde inzwischen bis nach Wolfratshausen gestürmt.

In Starnberg ist es geraten, sich dem Khan mit Vorsicht zu nähern, zu leicht kann man an der Ecke Bahnhof-/Possenhofener Straße unter eines der aus allen Richtungen heranschießenden Autos kommen. Der helle Gastraum mit seinem schönen Holzboden ist angenehm schlicht gehalten.

Allerdings schmeichelt das Licht aus den hoch hängenden Lampen nicht gerade. Dieses Manko macht das ausgesprochen nette Personal jedoch schnell wett, allen voran ein Kellner, der immer lächelt wie ein glücklicher Osterhase. Viele junge Leute verkehren beim kochenden Kahn, ein Zeichen dafür, dass Atmosphäre und Preise stimmen.

Das gilt vor allem für das sogenannte mongolische Büfett, das von Mittwoch-bis Sonntagabend, sowie an Sonn- und Feiertagen auch mittags, angerichtet wird. Für 15,90 Euro kann sich der Gast davon bedienen, so oft er und sein Magen wollen. Der Vorsatz, sich vornehm zurückzuhalten, wurde schnell vergessen, zu reichlich und anregend war das Angebot.

Spezialitäten aus dem Wok

Bei den Vorspeisen fiel die Zurückhaltung noch nicht so schwer. Von den gut gewürzten Schweinefleischbällchen und den kleinen, saftigen Entenstücken einmal abgesehen, waren Wantans, Frühlingsrollen und Verwandtes zwar in gutem Öl gebacken, aber etwas eintönig, die Sushi wenig aufregend.

Es lohnte sich, schnell zu den Gerichten aus dem Wok überzugehen. Sie waren durch die Bank perfekt zubereitet und wurden ständig frisch nachgelegt. Unser Favorit: Schweinefleisch mit kleinen schwarzen Bohnen. Asiatische Büfetts wie hier sind derzeit schwer in Mode.

Das vom Cooking Kahn zeichnet sich vor anderen durch die bereits erwähnten Spezialitäten aus dem Wok aus und dadurch, dass zu den Grillgerichten neun verschiedene Soßen zur Auswahl stehen.

Als besonders köstlich erwiesen sich die rote Curry-Soße und die mongolische BBQ-Soße, während die "Eroberungssauce" ihrem Namen nicht gerecht wurde. Am Büfett bestückt der Gast seinen Teller ganz nach Wunsch mit den rohen Zutaten: Fisch, Garnelen, Tintenfisch, Fleisch von Rind, Schwein, Huhn oder Känguru, dazu allen möglichen Gemüsesorten.