Club Yellow Submarine Haie hinterm Tresen

In den 70er Jahren war das Yellow Submarine ein angesagter Club an der Leopoldstraße. Ein Münchner will das Gebäude nun vor dem Abriss retten.

Von Michael Tibudd

Wenn Max Zeidler in diesem etwas angestaubten Buch blättert, steigt seine Aufregung von Seite zu Seite. Er zeigt auf Stichworte und Halbsätze, liest Passagen vor, blickt auf und erwartet Zustimmung. Es geht um Denkmalschutz, und in den Passagen dieser "Denkmalfibel" aus dem Jahr 1991 ist die Rede von öffentlichem Interesse, von städtebaulicher Bedeutung, von vergangenen Epochen und von der Schaffenskraft des Menschen.

Das wichtigste davon hat Max Zeidler mit Bleistift eingekringelt, und am allerwichtigsten ist ihm das, was auf Seite 28 steht. "Baudenkmäler besitzen schon dann Denkmaleigenschaft, wenn sie die gesetzlichen Kriterien erfüllen", heißt es da. "Ein förmliches Verfahren ist nicht notwendig." Wenn es nach Max Zeidler ginge, dann müsste er allein wegen dieser Sätze gar nichts mehr unternehmen. "Es ist doch klar: Das Yellow Submarine ist ein Denkmal."

Es geht aber nicht nach Max Zeidler in dieser Angelegenheit. Vielmehr mischt sich der 36-Jährige weitgehend allein und als Außenstehender in eines der größten Bauprojekte Münchens ein, in das Investoren Hunderte Millionen Euro stecken wollen und das Stadtplaner als "Auftakt zur Innenstadt" und "Meilenstein von internationaler Bedeutung" bejubeln. Das "Schwabinger Tor" soll an der nördlichen Leopoldstraße ein neues Stadtquartier werden, mit modernem Hotel, Wohnungen und Büros. Der Großmarkt Metro soll dafür genauso weichen wie die bestehenden Hoteltürme des Holiday Inn. Um diese Gebäude geht es Max Zeidler aber nicht.

Zeidler will einen Flachbau retten, der in den 70er Jahren einmal ein wichtiger Teil des Münchner Nachtlebens war, seither aber in Vergessenheit geraten ist: Das Yellow Submarine, ein zumindest innen im Stil eines U-Boots aufgebauter mehrstöckiger Tanzclub, der komplett von einem überdimensionierten Aquarium umgeben war. Ein feierfreudiges Münchner Publikum vergnügte sich dort seinerzeit Aug' in Aug' mit lebenden Haien. "Legendär", glaubt Max Zeidler zu wissen, der freilich zu jung ist, um den Club im Betrieb miterlebt zu haben.