Club-Betreiber und DJ-Vermittler Row Weber Booking für die Nacht

Erst war es nur ein kleiner Nebenjob, nun ist er Club-Betreiber und DJ-Booker: Der 33-Jährige Row Weber organisiert Münchner Nächte. Warum nun Noah Becker im P1 auflegt und DJs mittlerweile bis zu 500.000 Euro an einem Abend verdienen.

Interview: Philipp Crone

Row Weber, 33, war im Nebenjob einfach zu erfolgreich. Deshalb hat er während seines Studiums zum Wirtschaftsingenieur recht bald eine Entscheidung getroffen. Kein Studium mehr, dafür Nachtleben, etwa Promotion für das P1. Im Laufe der Zeit kam eine Komponente hinzu, die mittlerweile sehr gefragt ist. Weber, merkte, wie sich der Anspruch in den Clubs an die DJs veränderte. Der Münchner mit schottischer Abstammung ist mittlerweile Betreiber des Clubs Yib Yab am Sendlinger Tor, und er arbeitet als DJ-Booker.

DJs sind die neuen Rockstars, sagt Row Weber.

(Foto: Marcus Schröpfer)

Herr Weber, zuletzt war Pierre Sarkozy im P1 als DJ gebucht, an diesem Freitag legt an selber Stelle Noah Becker auf, Sohn des Tennisspielers. Was hat sich im Berufsbild des DJs verändert?

Man kann das am Beispiel des P1 ganz gut erklären. Da gab es bis 2006 etwa im Prinzip nur die sogenannten Resident DJs, also Leute, die aus München kamen und meistens einen festen Tag hatten, an dem sie auflegten. Für Events wurde dann mal ein auswärtiger DJ gebucht. Da merkte man aber auch, dass es gut ankommt, wenn ab und zu ein DJ aus Clubs in St. Tropez oder Zürich auflegt.

Bekannte DJs gibt es aber doch schon lange.

Ja, aber erst seit relativ kurzer Zeit achten auch viele Mainstream-Clubs auf ein besonderes Booking der DJs.

Wer war denn der Vorreiter dieser Entwicklung in München?

Die Registratur. Die hatten das beste Booking Bayerns. Die Leute wussten, dass sie hier gute Musik bekommen. Da gab es zwar auch viel Live-Musik, aber die haben dann auch mal Paul Kalkbrenner geholt.

Der im Juni auf dem Königsplatz ein Riesenkonzert gibt.

Damals hat der noch 1000 Euro gekostet für einen Abend. Man sieht auch an der Entwicklung der DJ-Gagen, wie sich deren Stellenwert verändert hat.

Was verdient man denn heute so am Plattenteller?

Ich bin als Booker oft mit Leuten in Verhandlungen, da geht es dann um den Wert eines neuen Kleinwagens als Gage für einmal Auflegen, und die lehnen ab.

Sie können sich das offenbar leisten.

Ja, ich war vor Kurzem in Miami bei einem Festival. Früher sind die Schönen und Reichen am Strand mit den aktuellen Rockstars abgehangen, heute umgibt man sich mit namhaften DJs.

Zum Beispiel?

Paris Hilton, die Hotelerbin, ist doch gerade mit einem Niederländer zusammen, dem DJ Afrojack aus Amsterdam. Mit dem habe ich übrigens vor Jahren auch einmal über einen Auftritt verhandelt. Da ging es noch um 5000 Euro.

Und heute ginge es um . . .

. . 150.000 Euro, so viel bekommt er, wenn er in Dubai auflegt.

Geht es noch teurer?

Der derzeit bestbezahlte DJ der Welt ist Tiësto. Er bekommt pro Abend bis zu 500.000 Euro.

Noch legt so jemand aber nicht in München auf . . .

Die großen Namen sind schon noch eher die Ausnahme. Aber es wird Clubs geben, die sich auf bekannte DJs spezialisieren und dadurch auch ein bestimmtes Publikum anlocken.

Solche Gagen sind mit den derzeitigen Eintrittspreisen in Münchner Clubs aber nicht zu bezahlen.

Ja, hier zahlt man normalerweise nicht mehr als zehn Euro Eintritt. Da könnte ich mir schon vorstellen, dass in zwei oder drei Jahren der Eintritt schon bei 15 Euro liegt.