Ironie und intelligenter Spott - damit begegnet Christian Ude stets seinen Kritikern. Bei der Münchner Olympiabewerbung reagiert er hingegen gereizt. Da hört für ihn der Spaß auf. Die Geschichte der Veränderung eines Mannes.
Wie schwierig der Weg hin zu Olympischen Spielen sein würde, hat Christian Ude nicht ahnen können, und vielleicht hat er auch unterschätzt, wie sehr die ganze Bewerbung, die teilweise einer Tortur glich, seine Kräfte in Anspruch nehmen, wie stark die olympische Vision den Realpolitiker fordern würde.
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Katarina Witt und Christian Ude in Durban: Für den Münchner Oberbürgermeister war der Weg der Bewerbung beschwerlich. (© Bongarts/Getty Images)
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Diesen einen Satz kann der Münchner Oberbürgermeister bis heute nicht vergessen: "Hier in Garmisch sind alle dafür, Sie müssen nur noch die Münchner überzeugen", das hatten die Skilegenden Rosi Mittermaier und Christian Neureuther dem Gast aus München erklärt, der zu Besuch auf ihrer Almhütte war.
Im Jahr 2000 war das, und merkwürdigerweise ließ den Rathausprofi damals sein politisches Gespür im Stich. Denn der Aufstand in Garmisch-Partenkirchen, der freilich viel mit der politischen Gemengelage in der zerstrittenen Marktgemeinde zu tun hatte, markierte die wohl wichtigste Hürde der Münchner Bewerbung. Ude, eigentlich mit diplomatischem Geschick gesegnet, geriet angesichts der oberländischen Gefahr aus der Fassung, bezeichnete die Widerständler rüde als "kleinere Windmaschinen" und den Protest Garmischer Grundstückseigentümer und Umweltschützer als Medienprodukt.
Ähnlich ruppig reagierte er, als Teile der Grünen - gegen den erbitterten Widerstand der Rathaus-Fraktion und des dritten Bürgermeisters Hep Monatzeder - ins Lager der Olympia-Gegner einschwenkten. Der Mann am Marienplatz, der gerne alles unter Kontrolle hat und manchmal zur Autokratie neigt, schäumte vor Wut, weil ihm in Sachen Olympia immer wieder die eigene Ohnmacht, die Grenzen seiner Handlungsspielräume bewusst wurden. Bei Olympia war er eben nur einer im Team, wenn auch die dominante Figur.
Lange Zeit war es ein Wesenszug des Oberbürgermeisters, dass er auf Kritik mit feiner Ironie oder intelligentem Spott reagierte; politische Gegner und Parteifreunde ließ er nach solchen verbalen Attacken oft sprachlos zurück. Wenn das alles nichts half, nahm der rhetorisch brillante Ude Zuflucht in seiner liebsten Nebentätigkeit: Er machte dann aus der Kritik an seiner Politik reines Kabarett - die massiven Probleme bei der Planung einer neuen Fußballarena oder der Bürgerentscheid gegen Hochhäuser fanden Eingang in humoristische Reden und Texte des Oberbürgermeisters und Buchautors.
Beim Thema Olympia, das fällt auf, ist Ude offenbar zu dünnhäutig und innerlich zu angespannt, um der Sache eine heitere Seite abzugewinnen.
Selbst enge Mitarbeiter nahmen während der heißen Bewerbungsphase diesen Wandel besorgt zur Kenntnis: Udes Laune stieg und fiel mit dem aktuellen Zustand der Olympiabewerbung, das Projekt fraß immer mehr Zeit und Nerven. Auf einmal wirkte Ude, der immer so leichthändig auf der Klaviatur der Medien gespielt hatte, sichtlich angefressen.
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Die neueste Antwort
Herr Ude wird dem leidenden Normal-Münchner durchaus in Erinnerung bleiben, als Feind des Nahverkehrs: Jahrelanger Wiederstand gegen die Untertunnelung des Mittleren Rings,
mehr als mangelhafte Wartung der S-Bahn, miese Bezahlung der Bus und S-Bahnfahrer. Vernichtung vieler Konzerthallen (Georg-Elser-Hallen) und Bekämpfer des Münchner Nachtlebens (Kunstpark abschaffen). Für "Kunst" wurde dagegen Geld verbrannt (Mae Eierbecher) . Olympia hätte sich nicht gerechnet, genausowenig wie der Transrapid, nur das dieser ein Zeichen für die Innovationskraft Deutschland gewesen wäre!
... das ist alles was übrig geblieben ist.
... und das ist gut so.
Er soll sich statt solcherlei Spinnereien besser um wichtigere Dinge kümmern und Geld dort ausgeben wo es sinnvoller ist. Ich würde ihm sein Gehalt um 20% kürzen als sein Beitrag zur Kostendeckung für diese Geldverschleuderung. Der Kaiser Franz kann neben den Alimenten sicher auch noch ein paar Euro verkraften.
2022 gibt's wieder eins auf die Mütze, sollte sich da ein Spinner finden der gleiche Ziele verfolgt. Die Müncher könne ja ihren Müll stapeln, um zu einem Berg zu kommen, der Winterspiele zulässt. Im Vorland gibt's sonst wieder einen Tritt in den Allerwertesten für die Immobilienmafia.
So Ude, jetzt ab ins Büro, Arbeit wartet!
Da kommt er endlich raus aus seinem Kuvert.
Der Christian Ude, wie er wirklich ist.
Nix mehr übrig vom jovial-ironischen Vater aller Münchner.
Der Machtmensch Ude kommt, entkleidet von seinem kumpelhaften Image, als dass heraus, was er immer war, aber stets gut zu verbergen wusste.
Ein Schröder, ein Schily, ein Schäuble, ein politischer Choleriker.
Gut, dass seine zeit abläuft.
die Malediven im Ozean versinken, gut, ihr 2022. Warum nicht, gerne, 2026 in Dubai und 2030 in Chicago; warum, das wissen nur wenige. Und die Sommerspiele waren noch nie am Nordpol. Alles eine Frage des Geldes und des technischen Know-Hows.
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