Blitzer in München Vorsicht, Kamera!

Im Kampf gegen unliebsame Blitzer zieht der Verein "Mobil in Deutschland" ein neues Register - und veröffentlicht einen Blitzatlas für Autofahrer.

Von Judith Liere

Zu schnell unterwegs, ein Blitz und schon ist der Führerschein weg - Radarfallen sind unbarmherzig, findet jedenfalls der Verein "Mobil in Deutschland". Um Autofahrern die Schicksale Führerscheinentzug und Bußgeld zu ersparen, hat der Verein nun den aktuellen Blitzatlas herausgegeben, in dem die Stellen verzeichnet sind, an denen in München am häufigsten Geschwindigkeitsüberschreitungen gemessen werden.

Dafür hat der Verein im Juli und August 1800 Hörermeldungen ausgewertet, die bei drei Radiosendern eingingen. Ergebnis: In München werden durchschnittlich 22 Fahrer pro Tag wegen überhöhter Geschwindigkeit fotografiert, am häufigsten an der Ingolstädter Straße, der Wasserburger Landstraße und der Menzinger Straße.

"Es geht ums Geld und nicht um den Bürger" Michael Haberland, Vorsitzender von Mobil in Deutschland, kritisiert Polizei und Stadt: "Hier geht es um das Geld der Autofahrer und nicht um die Sicherheit der Bürger." Als Beleg verglich der Verein die zehn häufigsten Stellen für Radarfallen mit den zehn häufigsten Unfallorten. Dabei gebe es nur drei Überschneidungen. Zu wenig, um blitzen aus Sicherheitsgründen zu rechtfertigen, meint Haberland.

Die Polizei sieht das ganz anders und steht der Veröffentlichung von Blitzer-Standorten kritisch gegenüber: "Wenn Autofahrer nicht wissen, wo sie überall geblitzt werden, halten sie sich hoffentlich immer an die Geschwindigkeitsbeschränkung und nicht nur an einzelnen Stellen", sagt Dieter Bauer von der Verkehrsabteilung der Münchner Polizei.

Auch Radler müssen sich vorsehen Radarkontrollen seien eine Erziehungsmaßnahme. Am Mittwoch hatte die Polizei einen Aktionstag zur Geschwindigkeitskontrolle. Rund 100 Beamte waren in München eingesetzt und erwischten 502 Fahrer, die zu schnell unterwegs waren. Spitzenwert waren 115 Stundenkilometer statt der erlaubten 60 auf dem Georg-Brauchle-Ring.

Aufpassen müssen Raser jetzt auch im Richard-Strauss-Tunnel: Die Blitzanlage, die bisher im Probebetrieb war, wird scharf geschaltet. Seit 20. Juli hat die Polizei hier 3,1 Millionen durchfahrende Autos registriert, davon waren 1200 zu schnell. Den Rekord hält ein Fahrer, der statt der vorgeschriebenen 60 Stundenkilometer mit Tempo 147 fuhr. Bisher wurden die Verstöße noch nicht verfolgt, spätestens ab Montag ändert sich das, so die Polizei.