Ausstieg von RTL bei DVB-T Sendeschluss in München

Von 1. August an können die Sender RTL, RTL2, Vox, SuperRTL und n-tv in München und Umland nur noch über Satellit, Kabel oder Internet empfangen werden.

(Foto: dpa)

Am 1. August ist Schluss in München: RTL stellt in ganz Deutschland die Übertragung über das digitale Antennenfernsehen DVB-T ein - und der Großraum München wird als erstes abgeschaltet. Welche Möglichkeiten DVB-T-Nutzer haben, die weiter RTL sehen wollen.

Von Jakob Dreher

Die Folge 5299 von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" fällt für viele Münchner am Donnerstag aus, ebenso wie die Live-Übertragung des Audi-Cups aus der Arena. Die Sendergruppe RTL stellt schrittweise in ganz Deutschland die Übertragung über das digitale Antennenfernsehen DVB-T ein und der Großraum München wird als erstes abgeschaltet. Von 1. August an können die Sender RTL, RTL2, Vox, SuperRTL und n-tv in der Stadt und im Umland nur noch über Satellit, Kabel oder Internet empfangen werden. Wer bisher kostenfrei über Antenne fernsah und auf Bohlen und Co. nicht verzichten will, der muss umsteigen.

Direkt betroffen sind im Großraum München rund 100.000 Haushalte, die ihr Fernsehen ausschließlich über DVB-T beziehen - also immerhin etwa jeder zehnte Haushalt. Insgesamt empfangen sogar 360.000 Haushalte das Signal über Antenne, zumindest auf Zweit- oder Drittgeräten. Einige nutzen DVB-T außerdem für mobile Geräte.

Als Grund für den Ausstieg, den RTL bereits im Januar angekündigt hatte, gibt der Kölner Sender die geringe Wirtschaftlichkeit des digitalen Antennenfernsehens an. Dass die Verbreitung in München bereits früher als anderswo endet, liege an besonderen vertraglichen Regelungen. Bundesweit wird die Übertragung erst zum 31. Dezember 2014 eingestellt.

Für DVB-T-Nutzer, die weiter RTL sehen wollen, gibt es drei Möglichkeiten. Sie können auf Satelliten-Fernsehen umsteigen, zum Empfang benötigt man einen Sat-Receiver und eine Satellitenschüssel. Der Vorteil ist, dass keine weiteren Kosten entstehen, außer man bestellt zusätzlich das HD-Angebot der privaten Sender. Allerdings muss die Satellitenschüssel außen am Gebäude befestigt werden, beispielsweise auf dem Dach oder am Balkon. Das ist in manchen Wohnhäusern oder Bereichen in der Altstadt nicht erlaubt. Zwei weitere Alternativen sind das Internet- und das Kabelfernsehen. Bei beiden werden monatlich Gebühren fällig, für das Kabelfernsehen braucht man zusätzlich einen Receiver.

Die Nachfrage nach DVB-T-Alternativen ist in den letzten Wochen in einigen Münchner Elektrogeschäften zwar gestiegen, einen Ansturm gab es aber nicht. Viele überlegen sich wegen der neuen Kosten offenbar, ob sie nicht ganz auf die RTL-Sender verzichten. Vor allem Sport-Fans dürften sich das aber überlegen, denn sie verpassen nicht nur die Formel 1. RTL hat sich auch die Rechte an den Qualifikationspielen der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft zur EM 2016 und die WM 2018 gesichert.

Den Ausstieg des Konkurrenten nutzt die ProsiebenSat.1-Gruppe. Ihr Sender Sat. 1 Gold übernimmt eine der Frequenzen, die vorher von RTL besetzt waren. Wie am Dienstag bekannt wurde, wird auch Tele5 von 1. August an über DVB-T zu empfangen sein, ProSieben Maxx folgt am 3. September.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, RTL habe sich die Rechte an den Spielen Deutschen Nationalmannschaft bei der EM 2016 und der WM 2018 gesichert. Das ist falsch: RTL hat nur die Rechte an den Qualifikationsspielen erworben.