Hat jemand etwas von Finanzkrise gesagt? AC/DC sind nach 36 Jahren erfolgreicher denn je und begeistern das Münchner Publikum.
Der Beweis, dass in der Finanzkrise nicht alles schlimm ist, trägt kurze Hosen, schwitzt fürchterlich und hat die Statur eines Wichts. Angus Young und seine Band AC/DC sind derzeit auf Europa-Tournee und zeigen eindrucksvoll, wie man erfolgreich wirtschaftet und die Menschen zum Geldausgeben bringt.
Teufel oder Wicht? Angus Young nimmt es mit Selbstironie. (© Foto: AFP)
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Das Konzert am Freitagabend in der Münchner Olympiahalle - wie alle anderen Shows - war binnen weniger Minuten ausverkauft, die Fans drängelten sich an den Getränke- und T-Shirt-Ständen. Die Band AC/DC existiert seit 36 Jahren - und ist heute erfolgreicher denn je. Derart gute Geschäfte macht in Zeiten der Krise kaum ein Unternehmen.
Als um 21 Uhr das Konzert in München beginnt, sitzt kaum jemand mehr auf den Stühlen. In einem Zeichentrickfilm, der auf den Bühnenhintergrund projiziert wird, macht sich der "Rock'n'Roll-Train" auf den Weg zur Hölle - an Bord sind zwei spärlich bekleidete Damen und Gitarrist Angus Young. Dann ein Feuerwerk. Angus Young in Schuluniform entert im Stechschritt die Bühne, Sänger Brian Johnson tippelt wie ein Pferd auf dem Bühnensteg in Richtung Zuschauer, die anderen drei Bandmitglieder halten sich im Hintergrund.
Doch schon nach wenigen Minuten beginnt man zu zweifeln, ob AC/DC tatsächlich das Gegenbild zur Krise darstellen können. Im Publikum tragen zahlreiche Menschen rote Teufelsohren auf dem Kopf, als wollen sie die anderen vor dem Bösen warnen. Sänger Brian Johnson behauptet immer wieder: "This is Rock'n'Roll." Eine Lüge, die seit Jahren wiederholt wird, denn die Musik der Band ist eindeutig dem Hard Rock zuzuordnen. Und Gitarrist Angus Young erinnert mit seinem schütteren Haar inzwischen eher an das fürchterliche Geschöpf Gollum aus "Herr der Ringe" als an einen Rockstar. Führt die Band ihre Fans nicht etwa doch auf einen Highway to Hell wie die raffgierigen Banker und Manager?
Nein. Johnson klatscht den Zuschauern die Hände ab, Angus Young schneidet mit Inbrunst Grimassen - und die Fans singen, schütteln ihr Haar und tanzen mit. AC/DC begeistern die Fans an diesem Abend mit Klassikern wie "Thunderstuck", "Highway to Hell" oder "Dirty Deeds Done Dirt Cheap" sowie Songs aus ihrem 2008 erschienenen Album "Black Ice".
Bei "Whole Lotta Rosie" aus dem Jahr 1977 wird im Bühnenhintergrund immer noch eine riesige Plastikhure mit Luft ausgefüllt und wippt mit den Füßen im Takt. Bei "Hells Bells", einem der Höhepunkte des Konzerts, läutet Young die Höllenglocke.
Zu dem Blues-Stück "The Jack" zieht der 53-jährige, nicht einmal 1,60 Meter große Angus Young seine Schuluniform aus, dann die Krawatte und das Hemd, das er zwischen seinen Schenkeln reibt. Er dreht sich mit dem Rücken zum Publikum, lässt schließlich sogar die kurzen Hosen herunter und reckt dem Publikum seine Unterhose mit dem Schriftzug "AC/DC" entgegen. Das Publikum kreischt, lacht und klatscht über den entblößten Young. Eine große Portion Selbstironie gehört mit zum Erfolgsrezept der Band.
Das Konzert in der Olympiahalle des Unternehmens AC/DC ist gelungen. Bleibt abzuwarten, ob sich der Erfolgsweg weiter fortsetzt. Die nächste Bewährungsprobe findet im Mai statt, wenn die Hardrocker erneut in München ein Konzert geben - diesmal im viel größeren Olympiastadion. Ob dann womöglich sogar AC/DC von der Krise erreicht sein wird?
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(sueddeutsche.de/vw)
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Die neueste Antwort
aber sie kosten Geld.
Was für ein Vergnügen ist es die Konzertkritiken von Ingeborg Schober oder Ralph Dombrowski in der SZ zu lesen!
Hier in sueddeutsche.de darf die Generation Praktikum üben.
Da mein Beitrag einfach "gelöscht" wurde und ich keinen direkten Ansprechpartner habe frage ich hier warum mein Kommentar gelöscht wurde. Ich war weder beleidigend oder ä. Ich habe die gleichenÄusserungen gebraucht wie dier 4 weiteren Kommentatoren.
Schade.
was für eine sch... kritik. ich verstehe immer noch nicht, wie es eine qualitativ so hochwertige tageszeitung, wie sie die sz zweifellos ist, immer noch nicht auf die reihe bekommen hat, einen musikkritiker aufzustellen, der wenigstens ein bisschen ahnung von dem hat, was er da aufs papier, bzw. auf die tastatur rotzt. ich bin jetzt nicht der allergrößte ac/dc-fan, war aber auf dem konzert. und das konzert war vom feinsten. energetisch kaum zu überbieten. da können sich so manch junge vertreter der rockenden zunft eine gehörige scheibe abschneiden.
also frau sonnabend... das nächste mal wieder über themengebiete schreiben, in denen sie sich auskennen. über den rock´n´roll lassen sie sich nochmal ein bisschen nachhilfe erteilen
AC/DC spielen laut und schnodderig. Ihre Musik Rock`n Roll zu nennen, wie es laut Kritik auch Brian Johnson tat, ist vollkommen richtig. Ihre Musik aber in den Bereich des Hardrock einzuordnen, wie es viele Kritiker und auch Fans tun, ist definitiv falsch. Wer sich auf der Bluestonleiter auskennt und dem Gitarrenspiel, sowie den unverkennbaren Riffs! von Angus Young zuhört (alle von Bruder Malcolm kreiert) hört Nothing But The Blues!
Wenn man also die Musik von AC/DC einer Kategorie zuordnen möchte, dann bitte dem Bluesrock! Da für die Bestimmung von Unterkategorien des Rock`n Roll schon ein ausgefeiltes musikalisches Gehör von Nöten ist, sollte man es beim Überbegriff belassen. So wie es Brian Johnson, sehr weise, tat.
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