Wie Judith Holofernes mal so richtig böse auf "Bild" war - und wie sich "Bild" über die Empörung der Sängerin von "Wir sind Helden" freute.
Judith Holofernes wurde an diesem Freitag zur "Gewinnerin des Tages" der Bild-Zeitung. Nur inoffiziell und vermutlich auch gegen ihren sehr guten Willen, aber trotzdem. Die Sängerin der gesellschafts- und konsumkritischen Berliner Band Wir sind Helden ("Zu deinen Füßen red' ich mich um Kopf und Kragen") hat ein Schreiben von sich an die Werbeagentur Jung von Matt ins Netz gestellt.
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Darin erklärt sie wortreich, warum sie es ablehnt, sich an einer Kampagne der Firma für das Boulevardblatt aus dem Springer-Verlag zu beteiligen. "Liebe Werbeagentur Jung von Matt, bzgl. Eurer Anfrage, ob wir bei der aktuellen Bild-Kampagne mitmachen wollen: Ich glaub, es hackt": So beginnt der Text der 34-Jährigen.
Es folgen viele Zeilen, in denen sich Holofernes abwechselnd die Bild-Zeitung ("ein bösartiges Wesen") und die Werbeagentur vornimmt. Tenor: Wie könnt ihr es wagen, eine Band wie uns für ein Blatt wie dieses anzufragen? Bild, so Holofernes, sei anders als von vielen der prominenten Werbepartner insinuiert, "kein harmloses 'Guilty Pleasure' für wohlfrisierte Aufstreber, keine witzige soziale Referenz und kein Lifestyle-Zitat". Sondern, kurzum: furchtbar.
Der Brief machte rasch die Runde und bescherte der Band bald Server-Probleme. Bis Redaktionsschluss an diesem Freitag waren unter www.wirsindhelden.de nur noch die Anfrage von Jung von Matt vom 10. Januar und die Replik der Sängerin abrufbar. Bild-Sprecher Tobias Fröhlich wollte Holofernes Kritik auf Anfrage nicht kommentieren. In der Redaktion der Zeitung, heißt es aber, sei man über das Echo "hocherfreut". So viel wie jetzt sei über die seit zwei Jahren laufende Kampagne - "Bild dir deine Meinung" - lange nicht geredet worden.
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Studie von UN-Kinderhilfswerk
in was für einer abgefuckten zeit leben wir eigentlich, wenn bei solch einer absolut positiven und aufklärerischen positionierung seitens einer öffentichen person lediglich von einem aus eigennutz motivierten kalkül ausgegeangen wird?! hier ist doch etwas faul, wenn ein guttenberg im amt bleibt, und mit seinem ehrlosen, heuchlerischen lavieren eine desaströse signalwirkung an die heranwachsende generation generiert. leitkulturelle vorbildfunktion geht anders - nämlich genau so! und selbst wenn "wir sind helden" jetzt ein paar träger ihrer mediokren töne mehr verkaufen - danke, frau holofernes, für diesen schuss vor den bild-bug!
Nix mit halbem Artikel, wer lesen kann, weiß mehr. Einfach mal den Artikel :
Wir sind Helden boykottieren Bild lesen, denn im Gegensatz zu Bild, bildet die SZ.
"von Veronica Ferres, Philipp
, Mario Barth und anderen mit neuen Plakaten und Werbespots ergänzt werden - gerne mit Wir sind Helden. Statt eines Honorars würde Bild im Namen der Band 10000 Euro spenden - wohin auch immer."
Na, jetzt schreibt Euer Zeug mal bitte wieder gründlich und vollständig, oder hat Euch Guttenberg nun schon den Text geklaut?
Merke: weniger ist oft mehr. Das ist der Qualitätsjournalismus: da liest man anschließend wenigstens nochmal durch, was man hingebatzt hat.
Immer wieder interesant, diese Logik: Da äußert sich jemand und beschert dem Kritisierten noch mehr Aufmerksamkeit dadurch - und das ist dann verwerflich. Was soll denn der Kritisierende sonst machen, dumm das Maul halten? Und der Bild das Feld überlassen? Interessante Vorstellung von Pluralität und Meinungsaustausch. Schlagen Sie das übrigens auch mal Ihren Feuilleton-Kritikern vor, die werden sich freuen.
Es ist erfreulich, wenn sich sehr erfolgreiche Künstler gegen die Macht der Bild stemmen und zeigen, dass es anders geht. Dass sie es "wortreich" tun, stört nur Bild-Leser.
Und nein, ich höre "Wir sind Helden" nicht und bin kein Fan.