Tatort-Kolumne: Folge 19 End vom Spill

Frauenfußball, ein Mord an einer türkischen Spielerin, schlechte Dialoge und dann auch noch ein Auftritt der Theater AG des DFB - der "Tatort" mit Kommissarin Lena Odenthal gerät zu einem regelrecht hirnverbrannten Event.

Von Alexander Gorkow

Der Tatort-Juni war schlimm, und der SWR gibt jetzt noch mal alles. Schöne, türkische Fußballspielerin liegt halbnackt in ihrem Blut. Die Spurensicherung weiß: "Hier war jemand rischdisch sauer", auch, dass Muslime Frauenfußball nicht mögen: "Erst rescht net de Trikodausch am End vom Spill".

Ulrike Folkerts redet im Presseheft von der Vorherrschaft der Männer im Fußball und davon, dass eine Quote aus Brüssel auch hier "eine schöne Idee" wäre. (Hä? Gemischtgeschlechtlich? Unterlasse Sie die Vertraulichkeiten!) Auch verrät sie, dass DFB-Präsident Theo Zwanziger bei Kaffee und Kuchen die Idee zu diesem Tatort hatte. Und dann wird das gleich mal umgesetzt? Seid ihr noch dicht?

Zur Strafe erhält Zwanziger einen Gastauftritt in diesem ARD-Beitrag zur Frauen-WM, gemeinsam mit Löw, Bierhoff und Steffi Jones. Dieser Gruß der Theater AG des DFB gehört zum Peinlichsten in der Geschichte der Sendereihe. Ohne die Laienspielschar wäre die Folge nur verschwitzt und normalsehrschlecht - so aber gerät sie zum regelrecht hirnverbrannten Event. Irre, diese Selbstauslieferung an die Mätzchenhaftigkeit, das alles von Filmleuten, die nicht einen guten Dialog in 90 Minuten zustande bringen. Eine quotenstarke Totalkapitulation. Sonntag, ARD, 20.15 Uhr.