Alles nicht so schlimm: Nach seiner "Spiegel"-Schelte gibt Matthias Matussek dem Kölner Domradio noch ein Interview - und rudert zurück. Zumindest ein bisschen.
Vor einigen Tagen fiel der Spiegel-Autor Matthias Matussek, 57, mit einem Interview beim sonst eher unbekannten Kölner Bistums-Sender Domradio auf. In dem Gespräch bezeichnete er den Spiegel als "antikirchliches Kampfblatt" und warf dem Hamburger Magazin im Zusammenhang mit der Papst-Berichterstattung "Kampagnenjournalismus" vor, was er, Matussek, für "äußerst primitiv und blöde" halte.
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Alles nicht so schlimm - nach seiner Kritik am eigenen Blatt rudert Spiegel-Autor Matthias Matussek nun zurück. (© dpa)
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Am Dienstagabend hat Matussek dem kirchlichen Sender, dessen Slogan einen "guten Draht nach oben" verspricht, ein zweites Interview gegeben - und auch Matussek dürfte es dabei um seinen guten Draht nach oben, in seine Chefredaktion, gegangen sein. Matussek erklärte darin sein Verhältnis zum oft kirchenkritischen Spiegel als einen Spagat, der "eigentlich äußerst befruchtend" sei, "übrigens auch für den Spiegel". Das Blatt, so Matussek weiter, sei "sozusagen eine anregende oder stimulierende Umgebung, um auch über Religion und meinen Glauben nachzudenken".
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(SZ vom 16.06.2011/beitz)
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Zu diesem Spiegel-Kulturredakteur und seinen Auftritten in Gesprächsrunden, Talksshows, oder wie diese Sendeformate sonst noch im Neudeutsch heißen, kann nicht mehr einfallen: Ein Möchtegern-Journalist mit einer chronisch-verbohrten, ausgeprägt rechthaberisch-besserwisserischen Attitüde, der - gemessen an kommunikativen Umgansformen - in einer ungewöhnlichen Selbstdarstellung von Unkultur daherkommt. Augstein ("Jesus Menschensohn"), lebte er noch, würde ihn sicher längst zum Vatikan-Korrespondenten gemacht haben. Aber selbst da wäre er eine Fehlbesetzung.
Das Spiel zwischen Matussek und Spiegel, um die Auflage im Spiegel-eigenen Verlag nach oben zu treiben, ist sehr durchsichtig und deshalb schon fast abstoßend.
Aber es wird kaum dazu führen, die Austrittszahlen der katholischen Kirche zu senken. 2010 waren es 180.000 allein dort und erstmals mehr als bei den noch kirchenmüderen Evangelen.
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,755497,00.html
Der Hype um Matussek hier und da (Rom, FAZ und Bistum Köln) wird verblassen. Viele Artikel - so viel kann jetzt schon prophezeit werden - werden zum Papstbesuch geschrieben werden, dass das nun der Aufbruch sei und die Mitgliederzahlen gehen weiter nach unten.
der krawall und kultur katholik des spiegels laesst wieder seine kulturschwangeren extrabreiten roten hosenhalter knallen die er noch aus den kultur schwangeren 80 er jahren bei EXTRABREIT geklaut hat....
"Alle Jahre wieder" - legt Matussek seiner ihn liebenden Umgebung ein Ei ins Nest, möglichst gleich als Spiegelei, nicht ausgefranst, sondern mit "Randschärfe" (MM), wie es sich gehört für einen Propagator der altkirchlichen Lehre. "Alle Jahre wieder" - ein Kultfilm (1967), gedreht von den Brüdern Schamoni (in Münster aufgewachsen), in dem so etliche Münsteraner sich selbst spielen, einerseits die Spießigkeit der bürgerlichen Gesellschaft aufspießend, andererseits ihre direkten, derben Umgangsformen abbildend. Wer einen Münsterer Bürgermeistersohn Matussek richtig einschätzen will, sollte also seine verbalen Ausfälle wie "Kampfjournalismus", "äußerst primitiv", "blöde", "Stuss" nicht auf die Goldwaage legen. Schließlich amüsiert sich halb Krimi-Deutschland über den ähnlich sich artikulierenden Gerichtsmediziner Boerne, hält ihn für einen Kampfschnösel, nimmt ihm das aber nicht krumm. Wer es doch tut, sollte daran denken, daß schon ein münsterscher Bischof seine Stadt für einen "Misthaufen, mit Gebetbüchern zugedeckt" hielt. Außerdem kannte man seine Konvertiten-Schäfchen - sie waren besonders scharf, wie etwa Kanonen-Bernard, Fürstbischof von Galen (17. Jh.), der seinem lebenslustigen Domkapitel erst einmal die Konkubinen ausspannen mußte. So etwas wird nicht so schnell verziehen - schon gar nicht im ursprünglich protestantischen münsterländischen Landadel. Christoph Bernard war selbst mal Protestant, in frühester Kindheit. Und ebendort, zwischen Tridentinum und II. Vaticanum, ist MM angesiedelt, natürlich bei der Gegenreformation.
Immerhin hält auch MM die ungläubige Umgebung, die er zu den erzkatholischen Schäfchen zurückführen will, für "stimulierend". Das stimmt sogar: Wenn ich mir sein Interview mit dem kirchenabtrünnigen Philosophen Kurt Flasch (Spiegel Nov. 2010) durchlese, fällt mir besonders Flaschs amüsiertes Diktum in den Blick "Sie können es aber nicht lassen". Janz wie Oskar - mit Lafontaine teilt MM die jesuitische Ausbildung und die provozierende Geisteshaltung. Also, liebe Leute, gebt MM Rabatt - er ist ein Triebtäter.
das ist die 'Sarrazin' Masche um sein überflüssiges Buch zu promoten...
Paging