Zur Professionalität, zum Beruf des Journalisten gehört Unabhängigkeit und - ja, auch: ein bisschen Stolz. Nicht zu verwechseln mit Arroganz und Dünkel, die leider in der Zunft ebenfalls sehr verbreitet sind. Unabhängigkeit und Stolz sind mit dem nicht vereinbar, was die Branche derzeit ihren festangestellten Mitarbeitern zumutet und wie kümmerlich sie freie Journalisten honoriert. Wenn wir professionellen Journalismus erhalten wollen, gilt es deshalb, der Gratis-Kultur eine Kultur der Fairness entgegensetzen. Das ist kein leichtes, aber ein lohnendes Unterfangen.
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Journalismus, der nichts kostet, ist jedenfalls nichts wert. Journalismus, der diese Basiseinsicht seinen Lesern, Hörern, Zuschauern und Usern nicht zu vermitteln vermag, macht sich selbst überflüssig ...
Zehn Stunden für diesen Beitrag
PS: Ich habe im Selbstversuch mit der Stoppuhr aufgezeichnet, wie lange ich am gewünschten Stück gearbeitet habe: Es hat circa zehn Stunden gedauert, diesen Beitrag zu erstellen. Ein paar Textpassagen, das sei gestanden, habe ich aus früheren Publikationen recycelt. Eine weitere halbe Stunde lang habe ich den Beitrag auf Wunsch der Redaktion überarbeitet. Hätte ein Journalist recherchiert und nicht ein Professor auf sein Wissen und seine eigenen Vorleistungen zugreifen können, wäre vielleicht ein ausgewogeneres Stück mit mehr Quellen entstanden, aber dies hätte vermutlich die Produktionszeit verdoppelt.
Da ich meinen "Marktwert" als Autor nicht ruinieren möchte, sich mein Sendungsbewusstsein in Grenzen hält und ich anders als Paris Hilton auch nicht um Medienaufmerksamkeit giere, füge ich vorsorglich an, dass es sich um ein einmaliges Experiment handelt. Zu diesen Konditionen werde ich hoffentlich keinen Text mehr produzieren. Honorare sind allerdings - vergelt's Gott - nur Nebeneinkünfte für Hochschullehrer; sie können sich dank ihrer privilegierten Stellung auch gelegentlichen Honorarverzicht leisten.
Journalisten sollten indes von dem erzielbaren Stundensatz leben können. Kosten dürfen Beiträge für Online-Redaktionen indes - darüber schafft erhellend die Website http://www.journalismus.com/job/honorare/online.php?s=s Transparenz - in aller Regel nur so viel, dass jeder Hartz IV-Empfänger im Vergleich dazu wie ein Krösus aussieht.
Stephan Ruß-Mohl ist Professor für Journalistik und Medienmanagement an der Università della Svizzera italiana in Lugano und leitet dort das European Journalism Observatory (www.ejo.ch)
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(sueddeutsche.de/berr/jja/cat)
Partyzone Flußufer
wenn die Prioritäten hoffentlich in einer anderen Reihenfolge stehen. Punkt 4 würde ich an erster Stelle sehen. Diese Beliebigkeit ist für mich als DER Killer für die Printmedien, im Besonderen welche sich auf Bilder spezialisiert haben.
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Nachrichten, welche "Das Relevante vom bloß Interessanten oder gar Unnützen scheiden..." oder das Private, vom öffentlich Rechtlichen.
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Richtig auch wenn die Ware des Journalisten teilweise so schnell schaal wie ein Bier ist und es genügend haltbare Genüsse und Aussagen gibt. Zudem halte ich die Gebühren bei den öffentlich Rechtlichen und ihrem auch technisch hervorragendem Ausbildungspotenzial besser aufgehoben, als z.B. im "Verteidigungs" Ministerium. Im Guten wie im Bösen... Gute Nachrichten setzen gute, entspannte Menschen voraus, Die es tun und jene, welche es verbreiten. In der freien Wirtschaft funktioniert auf jeden Fall die Werbung und selbst das reicht ihnen nicht.
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Jeder einzelne Journalisten hat die Möglichkeit zu kontrollieren oder alles hoch oder runter zu schreiben was er will. Es ist eine Frage in welchem Kontext und in wessem Geiste er von Intendanten, Chefredakteur, Verlagsleiter, etc. wahrgenommen und verwendet wird. Weitere Fragen sind vielleicht nach welchen Prinzipien der kollegiale Beistand funktioniert und letztendlich, was er selbst für ein Geistes Kind ist? Wie auch bei den Verlagen, überwiegt anscheinend das Controlling. Schade, ich wünsche mir Alternativen zu diesem bierseligen Einheitsbrei und kontrollierten Würfelhusten. Wie weit reicht das Ethos eines Schreibers?!
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Ich fände es gut, wenn sich wahrhaft qualitätsbewußte Journalisten eine eigene Platformen schaffen. Wenn Sie gut sind, wird es sich herumsprechen und es wird bestenfalls ein Hype. Gern nur online, mit Schnupperangeboten und kleinem Geld für Artikel (10 Cent). Das durchschnittliche Surfverhalten würde wahrscheinlich das Gleiche wie eine Printausgabe kosten. Es soll ja weiterhin Spaß machen...
dafür gibt es jetzt bloggende und twitternde Augenzeugen überall.
Die aufsehenerregenden Erstinformationen direkt vom Ort des Geschehens stammen immer mehr von Bloggern und nicht von der recherchierenden Qualitätspresse, von abgestürzten Flugzeugen, Gewaltverbrechen bis hin zum Fehlverhalten von Promis. Auch die Edelfeder-Kommentare erliegen immer mehr einem Tsunami an Entgegnungen, die mehr Zustimmung bei den Lesern finden als der Schreibprofi, trotz seiner stilistischen Feinarbeit.