Rückkehr der Kultserie David Lynch bleibt doch in "Twin Peaks"

Hat umgeschwenkt: Regisseur David Lynch.

(Foto: dpa)
  • Der Regisser und David Lynch wird nun doch die Fortsetzung der Serie Twin Peaks drehen. Nach mehreren Verhandlungen konnten Lynch und der Sender Showtime vertragliche Differenzen offenbar ausräumen.
  • Bisher waren neun neue Episoden angekündigt - doch es sollen mehr gedreht werden.

Mehr Folgen als angekündigt

Zwei Staffeln lang fesselte Twin Peaks anfang der 1990er Jahre die Fernsehzuschauer - doch dann endete die Mysteryserie 1991 plötzlich mit einem offenen Schluss. Kein Wunder, dass die Fans begeistert waren, als es Ende Januar 2015 hieß, der urprüngliche Erfinder und Regisseur David Lynch sei an der geplanten Fortsetzung der Serie beteiligt. Doch im April kam bereits die Enttäuschung: Wegen vertraglicher Differenzen mit dem Sender Showtime, erklärte Lynch, man werde ohne ihn auskommen müssen:

Angesichts der hohen Produktionskosten soll Showtime Lynch und seinen Kollegen Mark Frost darum gebeten haben, auf einen Teil des Gewinns zu verzichten. Das Entsetzen unter den Fans war groß: "Das ist ein Albtraum", hieß es in einem Kommentar. Und weiter: "Es wäre Mist, wenn es ein anderer drehen würde". Das hat sich wohl auch Showtime gedacht. Wie das Magazin Variety schreibt, habe es nach der Absage Lynchs mehrere neue Verhandlungsrunden mit dem Regisseur und seinem Kollegen Frost gegeben. Die Differenzen scheinen nun ausgeräumt. Denn Lynch vermeldet jetzt bei Twitter: "Es passiert wieder".

Die Fans wollen es zunächst noch nicht so ganz glauben, fragen in Tweets, ob Lynch auch tatsächlich die Regie übernimmt. Die Antwort gibt der Präsident von Showtime, David Nevans. Er bestätigt, Lynch werde die gesamte neue Staffel drehen, die mehr als die bisher angekündigten neun Episoden beinhalten soll. Anfang 2016 soll die Fortsetzung von Twin Peaks ausgestrahlt werden - 25 Jahre nach dem Ende des Originals.

Davon handelt die Serie

In den ersten beiden Staffeln der Serie aus den 1990ern ging es nur um eines: Wer hat Laura Palmer getötet? Diese Frage stellen sich die Einwohner von Twin Peaks, einer verträumten Stadt, benannt nach ihrem Bergpanorama. Da Verdacht auf eine Mordserie besteht, schickt das FBI Dale Cooper (Kyle MacLachlan). Der Agent trifft auf die heimelige Amtosphäre des Städtchens: Majestätische Bäume, fabelhafter Kirschkuchen und unglaublich guter schwarzer Kaffe. Doch hinter der Fassade verbergen sich Geheimnisse.

In einer Mischung aus Mystery- und Detektivserie folgt Agent Cooper den Hinweisen und befragt Zeugen, nur um dabei selbst Teil der Stadt zu werden. Charaktere wie der singende Vater der Ermordeten wirken humoristisch, nur um einen Moment später ins Gruselige umzuschlagen. Die parallelen Handlungsstränge sind so verknüpft, dass Komik, Horror und Seifenoper sich vermischen.

Das Böse lauert in den Wäldern

"Twin Peaks" gilt als Ur-Serie schlechthin, sie ist kitschig und unheimlich, Seifenoper und Horrorfilm zugleich. Sieben Gründe, warum man "Twin Peaks" gesehen haben sollte - und dennoch nie verstehen wird. Von Elisa Britzelmeier mehr ...

David Lynch entspinnt ein Netzwerk aus Charakteren, das mit jeder aktuellen Fernsehserie konkurrieren kann, nur setzt er dabei alle Gesetze der Serie außer Kraft. Verdächtige verschwinden spurlos, Cliffhanger enden im Nichts und Erzählkonventionen spielen mit der Erwartungen des Zuschauer. Kurz: Lynch hinterfragt, was eine Fernsehserie ausmacht und unterhält gleichzeitig sein Publikum. Ob es in den neuen Folgen auch um den Palmer-Mord gehen wird, ist derzeit noch unbekannt.

Linktipp:

In diesem Blogeintrag erklärt SZ.de-Social-Media-Redakteur Daniel Wüllner, was den Reiz von Twin Peaks ausmacht.