Rangliste der Pressefreiheit Auch in Demokratien hat sich die Lage für Medien verschlechtert

Die Organisation Reporter ohne Grenzen stellt ihr jährliches Ranking zur Pressefreiheit vor. Die Liste gibt Anlass zur Sorge.

Im vergangenen Jahr hat sich die Lage für Journalisten und Medien weltweit verschlechtert. Das geht aus der Rangliste der Pressefreiheit 2017 hervor, die die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) an diesem Mittwoch veröffentlicht.

"Besonders erschreckend ist, dass auch Demokratien immer stärker unabhängige Medien und Journalisten einschränken, statt die Pressefreiheit als Grundwert hochzuhalten", sagt ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. So habe in den USA (Rang 43) die Verfolgung von Investigativjournalisten und Whistleblowern zugenommen; in Polen (Rang 54) die nationalkonservative Regierung das öffentliche Fernsehen unter ihre Kontrolle gebracht. Auch in Frankreich (Rang 39) seien Journalisten im Wahlkampf von Politikern verbal angegriffen worden.

Die Türkei hat sich innerhalb der vergangenen 12 Jahre um 57 Plätze auf der Rangliste verschlechtert und landet in diesem Jahr auf Rang 155 von 180: die Repression gegen Journalisten und Medien habe seit dem Putschversuch im Juli 2016 ein nie gekanntes Ausmaß erreicht. Auf dem letzten Platz landet Nordkorea; Vorjahresverlierer Eritrea verbessert sich um einen Rang, weil 2016 einige wenige ausländische Journalisten in das Land einreisen durften.

Am oberen Ende der Liste muss Finnland zum ersten Mal seit sechs Jahren den Spitzenplatz räumen. Als einen Grund nennt ROG, dass die Finanzbehörden den öffentlich-rechtlichen Rundfunk YLE unter Androhung von Hausdurchsuchungen aufgefordert hatte, μMaterial zu den "Panama Papers" herauszugeben. Vor Finnland steht nun Norwegen, Deutschland wie im Vorjahr auf Platz 16.

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