Vision zum Abschluss: Zum letzten Mal in seiner Amtszeit wird Markus Schächter zu den Medientagen nach München reisen. Mit einer Agenda im Gepäck: Der ZDF-Intendant will mit den Privatsendern kooperieren.
Der 14. Stock beim ZDF ist ganz oben. Wenn man von unten an dem Verwaltungsturm hoch schaut, ist das Spitzenmanagement des Senders in der rechten Hälfte unterm Flachdach einquartiert. Im Eck liegt die Intendanz inklusive Vorzimmer, daneben, zur Mitte hin, trifft der Programmdirektor Entscheidungen.
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Als Markus Schächter Intendant des ZDF wurde, formulierte er nach acht Tagen eine Zielvorstellung. Während seiner Amtszeit, die im kommenden März nach zehn Jahren endet, wolle er "den Eintritt in die digitale Welt organisieren". Genau das hat Schächter getan. (© ddp)
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Bald zehn Jahre arbeitet Markus Schächter im rechten Eck und sein Programmdirektor, Thomas Bellut, daneben. Im März des kommenden Jahres wird Schächter Platz machen für Bellut, den er immer als "seinen" Kandidaten für "seine" Nachfolge bezeichnet hat.
In der persönlichen Zuschreibung steckt auch die Erfahrung einer Krise, die ausgelöst wurde durch den ZDF-Verwaltungsrat. Das mit Politikern besetzte Kontrollgremium lehnte den von Schächter erneut nominierten Chefredakteur Nikolaus Brender mit der konservativen Mehrheit ab. Chefredakteur wurde dann Peter Frey. Das war die einzige Niederlage für den 2002 zum Intendanten bestimmten Schächter. Nebenbei war es auch eine Niederlage für das zur Staatsferne angehaltene öffentlich-rechtliche System.
Den Vorgang hat Schächter nicht vergessen, aber er hat sich mit seiner Ankündigung, nicht für eine dritte Amtszeit anzutreten, auch vor einer negativen Langzeitwirkung geschützt. Er formuliert das so: "Ich habe mir die Freiheit genommen zum Schluss, die Freiheit zu haben, heute zu entscheiden, was heute zu entscheiden ist." Was in die Zukunft weise, entscheide er gemeinsam: mit "seinem" Nachfolger.
Es ist ein spätsommerlicher Herbsttag auf dem Lerchenberg in Mainz. Markus Schächter hat es sich auf einem der schwarzen Ledersessel bequem gemacht, die mit einer Couch das Gäste-Ensemble seines Büros bilden. Der Bildschirmschoner seines Computers lässt weiße Wölkchen aufziehen und Mainzelmännchen hüpfen. Schächter hat noch Reste einer auf Wanderungen zugelegten Urlaubsbräune im Gesicht. Das weiße Hemd unterm schwarzen Frack ist beinahe lässig geöffnet. Neben ihm stehen in einer Vase aus Glas frische Sonnenblumen.
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Wen interessiert ein "scheidender Intendant" und wen interessieren diese nur in Randgruppen wahrgenommenen "Medientage"? Öffentlich-rechtliche Anstalten sind zum Sinnbild von Verschwendung geworden. Grund genug die dafür verantwortlichen "Macher" nicht auch noch seitenweise hochzujubeln.
Gerade die erfahrenen Printmedien sollten bei Berichten über die zwangsgebührenfinanzierten Anstalten deren dubiose Rolle im Internet darstellen. Der GEZ-Zahler hat nämlich kein Interesse daran, dass über Jahre Milliarden Gebühren in überzogene, oft aus einer Laune heraus geborene und nachträglich mühsam begründete Internetangebote gesteckt werden. Das Verwischen der Grenzen zwischen Radio/Fernsehen mit auf Sendeinhalte begrenzter Internetbegleitung und der Presse mit umfassender Informationsaufgabe darf nicht weiter um sich greifen.
Die Medienwelt wird immer wirrer. Vom Zustand der Verwirrung profitieren derzeit nur Schächter und Konsorten. Grund genug, das Thema Medienverhalten immer wieder ins Licht zu ziehen. Nur so wird es in absehbarer Zeit sinnvolle und nachvollziehbare Ergebnisse geben. "Medientage", die zum gegenseitigen Schulterklopfen der vermeintlich "Wichtigen" und vermutlich "Halbwichtigen" veranstaltet werden, tragen dazu mit Sicherheit nicht bei.
Das Engagament von Herrn Schächter sowie den Medienpolitikern
erinnert mich an Ray Douglas Bradburys Roman: „Fahrenheit 451":
Buchkritik zu dem Roman:
"Vorbehaltlos konnte Ray Douglas Bradbury, in seinem Buch, mit der illiteraten Welt
umgehen, in der dümmliche TV-Sendungen die Grundpfeiler eines totalitären Staates
bilden, der die letzten Leser mitsamt ihren Büchern gnadenlos eliminiert."
Mit der Anmaßung unserer Ministerpräsidenten und Intendanden, eine Rundfunk-
Kopfsteuer zu erheben, verfolgen sie den Aufbau eines totalitären Staatsrundfunkes,
verbunden mitdem Vorhaben, genau wie im Roman der Feuerwehrmann Montag mit
den Büchern, das Papier auf dem unsere Verfassung niedergeschrieben ist bei exakt
451 Grad Fahrenheit zu verbrennen.
Da auf mich durch die Androhung von Mahnverfahren ein unmittelbarer Zwang ausge-
übt werden wird diese Haushaltsabgabe zu bezahlen, erkenne ich darin eine Verletzung
meiner Grundrechte.
Genau dies sollte unseren Medien-Politkern und Intendanten zu denken geben:
Weiterhin sagt Herr Schächter:
"Wir haben nicht die Chance genutzt, ernsthaft über Zukunftsfragen zu reden. Wir
sind im Hinblick auf Digitalisierung, auf Private/Public Partnership hinter anderen
Ländern im Rückstand, weil wir uns in einer immer noch anachronistischen
Gegnerschaft befinden."
Was für Zukunftsfragen meint er? Durch die Haushaltsabgabe hat er mit dazu
beigetragen den ÖR-Anstalten einen Persilschein auszustellen der unbegrenztes
Abkassieren ermöglicht.
Und was soll das ganze mit der anachronistischen Gegnerschaft zwischen privaten
und öffentlich-rechtlichen Sendern?
Was die ÖR-Anstalten ab 2013 machen ist völlig schnuppe, sie werden mit unser aller
Kohle gut ausgepolstert sein, auch falls sie sich entschliessen sollten ihre Sendungen
ber Buschtrommel zu übertragen.
„Hinter anderen Ländern in Rückstand" sind wir nämlich weil bei uns noch nicht die
Mediendiktatur herrscht". Aber 2013 ist auch dieses Ziel erfüllt.
Mit den Rundfunkgebühren sind wir aber noch nicht am ende.
Verschieden ÖR-Rundfunksender sind mit einigen Tageszeitungen Medienkoopera-
tionen eingegangen.
Ja, da ist dann wohl bald auch eine Printmedienabgabe fällig. Die können wir ja dann
bei den immer weiter sinkenden Reallöhnen locker noch mitbezahlen.
Es ist verwunderlich wenn ich von Herrn Schächter höre, das „der öffent-
lich rechtliche Rundfunk in ständiger Konkurrenz mit den privaten Medien stehe".
Das Bundesverfassungsgericht hat unzählige Urteile gesprochen, die die Existenz
des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes garantieren, Urteile die die weitere Entwicklung
des ÖR-Rundfunkes garantieren usw.
Der Oberhammer von Schächter ist folgender Spruch:
"Neben den wichtigen Institutionen des Staates und der Gesellschaft", erklärt er, "haben Presse und Fernsehen einen Anteil an der Stabilität des Staates."
Die Rundfunkgremien des ZDF sind mit einem bedenklich hohen Anteil an Politikern
besetzt.
Was meint Herr Schächter genau mit seinem Satz?
Das die Politker die in seinen Rundfunkgremien sitzen zu Stabilität des Staates bei-
tragen den sie selbst vertreten?
Bei der Abwahl von Nikolaus Brender haben die Politiker beim ZDF ihr wahres Gesicht
gezeigt. Herr Brender hat nichts mehr oder weniger als seinen Job gemacht. Er liess
sich nicht durch die Politiker so beeinflussen wie seine Vorgänger.
Das passte so Leuten wie Roland Koch nicht und dem zufolge wurde Herr Brender
brutalstmöglich ins Abseits befördert.
Ist das die Stabilität die Herr Schächter meint?
Ausserdem wundert mich, daß Herr Schächter die Institutionen von Staat und Gesell-
schaft für wichtig hält.
Herr Schächter hat daran mitgewirkt, daß wir ab 2013 eine verfassungswidrige
„Haushaltsabgabe" bekommen.
Man hat sich ein Gutachten vom ehemaligen Verfassungsrechtler Paul Kirchof
eingekauft und ab 2013 darf jeder Haushalt in Deutschland Rundfunkgebühren
bezahlen.
Herr Schächter ist ein grosser Heuchler, wenn er die Institutionen unseres Staates
so anbetet.
Es gibt das „Grundrecht der informationelle Selbstbestimmung"
Artikel 1, Absatz 5 des Grundgesetzes:
....„Jeder hat das Recht, ... sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert
zu unterrichten..... Eine Zensur findet nicht statt"
Ich bin an öffentlich-Rechtlichen Rundfunkprogrammen ,nicht interessiert
und berufe mich auf den Artikel 1, Absatz 5, des auch für die Ministerpräsidenten
sowie die Intendanten geltenden Grundgesetzes.
Die Haushaltsabgabe ist dei moderne Bücherverbrennung !
Ich soll zwangsweise die
Haushaltsabgabe bezahlen. Und gerade dieses Geld fehlt mir dann für meine
Bücher, Zeitungs- und Magazin Abos. (siehe oben: informationelle Selbstbestimung)
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Stattdessen sieht man etwas, dass genauso wie die Privaten, die es der werbefinanzierung naturgemäß müssen, auf Quote setzt.
Wenn die Privaten nicht mutig genug sind, auf innovative Konzepte zu setzen, kann man das verzeihen, aber dass die ÖR auschließlich biedere Kost anbieten, nervt zusehends.
Alleine die Situation um Serien ist mehr als enttäuschend. Aus den USA kommen so geniale Geschichten mit tollen Charakteren und Entwicklungen wie Breaking Bad, Six Feet Under, Dexter, the walking dead (zugegebenermaßen nur ab 18 im pay TV erhältlich), Dr. House oder Sons of Anarchy rüber, neu mit tollen Schauspielern, innovativen Ideen.
Und was ist hier? Ab und an mal ein ganz netter Krimi, interessante Ideen meistens relativ öberflächlich dargeboten und Krankenhausserien, deren schauspieler allesamt aus Daily Soaps ohne schauspielerisches Talent zu kommen scheinen und deren Drehbücher aus dem 01815 Ramschladen gekauft wurden.
Gerade von der ARD und dem ZDF verlange ich mal, dass sie sich von der Quote unabhängig machen und Drehbücher rausbringen, die neu sind, ihnen einen Chance geben, auch wenn die BILD bei neuen Sachen gleich fragt, ob man sowas im deutschen Fernsehen bringen darf (die gleiche Zeitung, die wahrscheinlich ein paar Seiten weiter irgendwelche amiserien zurecht abfeiert).
Dass auch da die Privaten mehr bringen mit Stromberg und dem ein oder anderen weiteren Konzept ist erbärmlich für die Öffentlich Rechtlichen Medien.
Paging