Jan Böhmermann Volksverliebung

Bürgerrechtler aus Versehen: Jan Böhmermann.

(Foto: dpa)

Der Satiriker und Moderator startet eine Aktion gegen Netz-Trolle. Ist sie eine Bürgerrechtsbewegung, oder doch eher digitale Selbstjustiz?

Bei der Netzkonferenz re:publica waren populistische Netzwerke und Trolle ein Riesenthema, Moderator Jan Böhmermann hatte dafür eine eigene Aktion parat. Er stellte sein vor einer Woche gegründete Projekt "Reconquista Internet" vor, an dem sich jetzt 50 000 Nutzer beteiligen. Was die machen sollen, erzählte Böhmermann vorab im Neo Magazin Royale: Die Pseudonyme und Accounts von Trollen benennen, mit denen "ihr dann machen könnt, was ihr wollt: blocken, melden, mit Liebe überschütten". "Reconquista Internet" ist als direkte Antwort auf das rechtsextreme Troll-Netzwerk "Reconquista Germanica" gemeint, das sich vor der Bundestagswahl 2017 zusammenschloss, um die AfD im Wahlkampf zu unterstützen. Dessen Vorgehensweise hatte kürzlich die Dokumentation Lösch dich: So organisiert ist der Hass im Netz von Funk (ARD/ZDF) nachgezeichnet. "Keine Sorge, liebe Juristen, das ist keine Selbstjustiz, sondern nur ein gigantisches, satirisches Internetprojekt, ohne Bezug zur Wirklichkeit", sagte Böhmermann in seiner Sendung. Angesichts des Zulaufs fand er bei der re:publica aber dann ziemlich große Worte: "Wir haben aus Versehen eine Bürgerrechtsbewegung ins Leben gerufen."